Mitten im Ruhrgebiet ist der berühmte "Pulsschlag aus Stahl" verstummt. Kaum merklich erobert die Natur sich Hallen und Industrieanlagen zurück, die Förderbänder stehen still, die Kühltürme sind leer. Nach nur acht Jahren Betriebszeit wurde die 1,3 Milliarden Mark teure, hypermoderne Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund im Dezember 2000 stillgelegt. Ab dem Frühjahr 2003 rückten chinesische Arbeiter im Blaumann an und demontierten die Anlage, die schließlich von dem chinesischen Bergwerkskonzern Yankuang in der Provinz Shandong wieder aufgebaut wurde.

Eineinhalb Jahre lang begleiten die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken ("Herr Schmidt und Herr Friedrich", "Soldatenglück und Gottes Segen") die Demontage der gigantischen Industrieanlage und dokumentieren Geschichten entlang des Verschwindens: Wie die Koker im Pott Ankunft und Arbeitsweise der Chinesen erleben, was sie fühlen, wenn sie mit der modernsten Kokerei der Welt auch ihren Stolz schwinden sehen, aber auch die Belastungen und Konflikte in der 60-Stunden-Woche der chinesischen Arbeiter fernab ihrer Heimat und ihrer Familien, zwischen Zukunftseuphorie und Zweifeln. Doch wer ist am Ende der Loser, wer der Winner? Ulrike Franke und Michael Loeken erhielten für ihre sehenswerte Leistung 2009 jeweils den Adolf-Grimme-Preis.

Foto: GMfilms