1989 fiel die deutsch-deutsche Grenze. Damals machte sich der Dokumentarfilmer Stefan Paul auf die Reise in seine alte Heimatstadt Leipzig und auf die Suche nach dem Aufbruch. Mit "Hotel Deutschland" entstand 1992 eine Dokumentation, die die so genannte Zwischenzeit - die Zeit zwischen DDR und vereintem Deutschland - in den Mittelpunkt stellte. Jetzt, ungefähr 20 Jahre später, reiste Stefan Paul erneut durch den alten Osten der Republik und fragte, wie es um die einst von Helmut Kohl versprochenen "blühenden" Kulturlandschaften steht ...

Stefan Paul, 1946 in Leipzig geboren, nimmt sich Zeit für eine Bestandsaufnahme, die ernüchternd ausfällt. "Blühende Kulturlandschaften" findet der Dokumentarfilmer nur in den großen Städten. In einer Art Roadmovie bereist er Berlin, Leipzig, Dresden und Halle und wirft einen Blick auf die dortige Kultur- und Kunstszene und lässt vor allem den "Sprachkünstler" Wolfgang "Zwieback" Krause zu Wort kommen. Mit ganz unterschiedlichen Sichtweisen, durch Gespräche, Fetzen und Begegnungen zeigt Paul die Entwicklungen seit 1989 und stellt das Einst dem Jetzt gegenüber. Mit viel Witz und Ironie gelingt es dem Filmemacher einen Blick auf den Verfall zu werfen, teilt aber nicht die gängige Untergangsstimmung.



Foto: Arsenal Filmverleih