Jan Díte ist zwar etwas klein geraten, doch das macht er mit unbändigem Selbstvertrauen und Ehrgeiz wieder wett. So arbeitet er sich vom kleinen Aushilfskellner immer höher und wird Ende der Dreißigerjahre, als seine Heimat von den Nazis besetzt wird, zum Kollaborateur. Mit einer Sudentendeutschen als Liebschaft landet Jan schließlich wieder in jenem Hotel, in dem er als kleiner Mann anfing, das inzwischen aber zu einer Lebensborn-Einrichtung der Nazis umfunktioniert wurde. Schließlich sogar zum Mulitmillionär geworden, machen ihm die Sozialisten einen Strich durch die Rechnung...

Der tschechische Regie-Altmeister Jirí Menzel präsentiert hier die Geschichte seines Landes am Beispiel des Opportunisten Jan Díte, zeigt episodenhaft einschneidende historische Ereignisse und liefert dabei aber ein recht unausgewogenes Panoptikum. Mal tragisch, mal albern-komisch versucht Menzel, der recht munteren Romanvorlage von Bohumil Hrabal gerecht zu werden. Der Film hat durchaus seine Momente, doch ein gutes Werk sieht anders aus. Hier ging es dem Regisseur wohl eher darum zu zeigen, dass man keinesfalls prüde ist, statt einer stringenten Storyline zu folgen. Schade, denn hier hätte ein Meisterwerk entstehen können, zumal Menzel seit 1994 nicht mehr auf dem Regiestuhl Platz genommen hat.

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