Eine kleine Gemeinde, irgendwo tief in der polnischen Provinz: Hierhin hat es Pater Adam verschlagen, der sich sogleich daranmacht, ein Gemeindezentrum für schwer erziehbare junge Männer aufzubauen. Zunächst sind die Einwohner von Adams Engagement begeistert und suchen seine Nähe, doch schon bald wird gemunkelt, dass der Pater ein Verhältnis mit einem jungen Mann der Gemeinde pflegt …

Das Thema Menschen in Grenzsituationen durchzieht das Werk der polnischen Regisseurin Malgorzata Szumowska wie ein roter Faden, man denke nur an ihre Dramen "Leben in mir", "33 Szenen aus dem Leben" und "Das bessere Leben". So ist auch ihr Protagonist in "Im Namen des…" ein Mensch in einer Grenzsituation, denn Pater Adam ist homosexuell - und kann dies in "seiner" katholischen Kirche nicht offen leben, ist in seiner Gefühlswelt gefangen, ohne ausbrechen zu können. In schönen Bildern, aber teilweise recht langatmig eingefangen, überzeugt Andrzej Chyra, der für Szumowska bereits für "Das bessere Leben" vor der Kamera stand, in der Rolle des Adam. Doch auch sein Spiel macht dieses Drama nicht spannender. Ein interessanter Ansatz immerhin, doch eine Läuterung oder ein Schritt ins wahrhaftige Leben hätte "Im Namen des…" sicher mehr Tiefgang gegeben.





Foto: Salzgeber