Irgendwo in der heutigen Türkei: Ein Geschichtslehrer an einer Grundschule bereitet mit seinen jungen Schülerinnen und Schülern eine Hausarbeit vor. Die Kinder sollen sich mit dem Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk beschäftigen. Die menschliche Annäherung eröffnet den Schülern schon bald einen neuen Einblick in seine Laufbahn und sein Leben ...

Nach der Drehbuchvorlage von Bestseller-Autor Turgut Özakman drehte Regisseur und Schauspieler Hamdi Alkan ("Neredesin Firuze") dieses aufwändig in Szene gesetzte Doku-Drama, das sich mit dem Leben und Wirken des legendären türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk (1881-1938) beschäftigt. Der "Vater der Türken", im seinerzeit noch osmanischen Saloniki geboren, hat die moderne Geschichte der Türkei wie kein zweiter geprägt. 1923 gründete er auf den Trümmern des Osmanischen Reiches die junge Türkische Republik und wurde ihr erster Präsident. Er rebellierte gegen das Diktat der westlichen Großmächte, die nach dem Ersten Weltkrieg die Türkei unter sich aufteilen wollten. Seinem unbedingten Willen, seinen radikalen Reformen von Staat und Gesellschaft, verdankt die Türkei ihren Weg in die westliche, moderne Zivilisation. Noch heute ist er allgegenwärtig im türkischen Alltag: Im ganzen Land stehen Denkmäler, sein Porträt prangt in jeder Amtsstube, Lieder und Anekdoten über Atatürks Heldentaten sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Doch inzwischen ist sein Lebenswerk gefährdet, denn längst rütteln islamische Fundamentalisten an seinem Reformwerk.

Foto: Sonfilm (Barnsteiner)