Georges und Anne sind beide über 80 Jahre alt und teilen sich ihr Rentnerdasein recht liebevoll. Als Anne einen Schlaganfall erleidet, wird das Leben für den Musikprofessor zur Qual. Er kümmert sich aufopferungsvoll um seine Frau, da die Tochter, eine Musikerin, mit ihrer Familie im Ausland lebt. Mehr und mehr wird Georges klar, dass die starke Liebe zu seiner Frau der harten Bewährungsprobe auf Dauer nicht standhalten kann ...

Leider ist Michael Haneke einer jener Regisseure, die ihr Publikum gerne quälen – einzige Ausnahme: "Das weiße Band". Auch hier stimmen – wie bei vielen seiner anderen Werke wie etwa "Bennys Video", "Funny Games", "Die Klavierspielerin" – viele Dinge leider nicht. Wären nicht die starken Darsteller Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva und auch Isabelle Huppert als Tochter, man könnte auch dieses Werk getrost vergessen. Doch so wird trotz der erzählerischen Mängel und Unstimmigkeiten "Liebe" das ergreifende Porträt eines Paares an ihrem Lebensende – mit vielen dazugehörigen Widrig- und Widerlichkeiten. Haneke erhielt nach "Das weiße Band" für "Liebe" 2012 erneut die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes. Darüber hinaus gewann "Liebe" den Europäischen Filmpreis und 2013 den Oscar und den Golden Globe als bester nicht englischsprachiger Kinofilm.



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