Urlaubsbeginn: Anna, Georg und ihr kleiner Sohn Schorschi fahren in ihr idyllisch gelegenes Haus am See. Die Nachbarn, Fred und Eva, sind auch schon da. Für morgen ist man zum Golfen verabredet, es verspricht ein herrlicher Tag zu werden. Während Vater und Sohn das frisch renovierte Segelboot auftakeln, bereitet Anna das Abendessen vor. Plötzlich steht ein junger, wohlerzogener Mann namens Peter vor der Tür, der vorgibt, Gast der Nachbarn zu sein. Er bittet Anna um ein paar Eier, die Eva beim Kochen ausgegangen seien. Bereitwillig kommt Anna der Bitte nach, ohne zu ahnen, dass hinter Peters unerwarteten Besuch eine andere Absicht steckt. Er hat mit seinem Freund Paul eine tödliche Wette abgeschlossen, die Anna und ihrer Familie das Leben kosten wird ...

An dem vielfach preisgekrönten Psychothriller von Michael Haneke scheiden sich die Geister: So glaubten von der Geschichte faszinierte Feuilletonisten, in der provokanten Story Sozialkritik en masse aufzuspüren. Doch die Story funktioniert einfach nicht, es sei denn, der Zuschauer schaltet den Verstand völlig aus und folgt dem hirnrissigen Plot mit seinen hanebüchen agierenden Figuren. Das Ganze ist zwar grandios gespielt (besonders das Ehepaar Ulrich Mühe und Susanne Lothar als Ehepaar) doch mit seinem pädagogisch erhobenen Zeigefinger sorgt Haneke für eine unerträgliche Penetranz. Wer böse Filme sieht, ist selbst böse; so einfach ist das denn doch nicht. Haneke drehte zehn Jahre später auch das US-Remake "Funny Games U.S.".

Foto: StudioCanal