Gordon Comstock ist ein begabter Werbetexter, der in den Dreißigerjahren nach einer freundlichen Besprechung seines einzigen Gedichtbands seinen als banal empfundenen Job hinwirft, um als freier Lyriker nach Höherem zu streben. Leider gestaltet sich dieses Leben als "Poet und freier Mann" weit weniger erfolgreich, als der abgehobene Literat es sich ausgemalt hatte. Es folgt ein "unaufhaltsamer" Abstieg in die schlechteren Viertel Londons, und er entfernt sich immer mehr von von seiner geduldigen, aber zunehmend frustrierten Freundin Rosemary. Endlich, mitten im "echten Leben" der schwer schuftenden und schlecht wohnenden Unterschicht angekommen, beginnt sich Comstock im gesellschaftlichen Abseits häuslich einzurichten. Doch Rosemarys unverhoffte Schwangerschaft stellt ihn vor die Entscheidung, als verlorener Sohn in die werbetextende Mittelschicht zurückzukehren oder die letzten Brücken ins bequeme bürgerliche Leben abzubrechen.

Dass im hehren Konflikt zwischen Kunst und Liebe auch eine banale Zimmerpflanze - die Aspidistra, das englische Pendant des unverwüstlichen deutschen Gummibaums - als verhasstes Symbol gepflegter Mittelklassewohnkultur eine Rolle spielen kann, demonstriert diese Orwell-Verfilmung (nach "Die Wonnen der Aspidistra" von 1936) von Rolf Bierman ("Apology", "Vampire's Kiss - Ein beißendes Vergnügen") auf liebevoll selbstironische Weise. Bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt, wird hier der alte Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach künstlerischen Höhenflügen und den Verlockungen des schnöden Mammons mit viel Dialogwitz in Szene gesetzt. Ein nach den ruhmreichen, aber finanziell abträglichen Weihen der Dichtkunst strebender junger Poet muss sich nach etlichen Rückschlägen zwischen Bohéme und bürgerlichem Leben entscheiden.