Eine kleine neapolitanische Gemeinde in Italien zur Zeit des Zweiten Weltkriegs: Die junge Miluzza, Tochter einer Nymphomanin und ihres impotenten und verständnisvollen Ehemanns, rebelliert öffentlich gegen die bürgerliche Moral der katholischen Gemeinde, in der sie lebt ...

Regisseurin Lina Wertmüller, die in ihrer Jugend eines der wildesten Mädchen von Rom war und von einer katholischen Schule nach der anderen flog, entwarf 1995 dieses holprig in Szene gesetzte Sittengemälde nach der letzten Oper des neapolitanischen Komponisten Domenico Rea (1921-1994), in dem sich die weibliche Protagonistin gegen die alles regelnde Oberaufsicht der katholischen Kirche und der konservativen Gesellschaft stellt. Stefania Sandrelli wurde für ihren schauspielerischen Auftritt als Nymphomanin Nunziata, die sich nicht ins Boxhorn jagen lässt, für den begehrten David di Donatello Award nominiert. Die schauspielerischen Leistungen im übrigen - einschließlich der schönen Miluzza-Darstellerin Lucia Cara in ihrem Filmdebüt - sind allerdings reichlich dürftig und sonderlich einfallsreich ist der Stoff auch nicht. Wertmüller, die einst mit Federico Fellini arbeitete, ist mit diesem Mix aus Realität und Märchen leider meilenweit von ihrer Bestform entfernt.

Foto: ANIXE HD