Wacken, eine kleine Gemeinde mit etwas über 1800 Einwohnern im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Hier treffen sich seit 1990 jedes Jahr im August Metall-Fans zum weltberühmten Wacken Open Air-Festival. Wurden 1990 nur 800 Zuschauer gezählt, besuchten 2010 über 80000 Gäste das Festival. Viele von ihnen reisen mit dem PKW an, zelten und genießen die laute wie bierselige Atmosphäre. Unter ihnen auch fünf nicht mehr ganz junge Metall-Fans in den Dreißigern, die seit Jahren Dauergäste des Dreitage-Festivals sind und einige Tage inmitten von Zelten, Campingstühlen, Grillgut, lauter Musik und Schlammpfützen verbringen. Eigentlich haben alle fünf einen ganz normalen Job und ein ganz normales Familienleben. Doch für ein paar Tage im Jahr wird jeder Gedanke daran beiseite geschoben, um fernab der Heimat kopfüber in eine bizarre Parallelwelt einzutauchen. Dort gibt es im Grunde nur eine Maxime: Feiern. Und zwar exzessiv, ziemlich hemmungslos und mit vollem Einsatz von Stimmbändern und Leber. Zusammen mit zehntausenden Gleichgesinnter, die das ebenfalls tun.

Die beiden Filmemacher Dmitry April und Thorsten Hänseler haben sich in das Getümmel in Wacken gestürzt und fangen die aberwitzigsten Situationen mit ihrer wackeligen Handkamera ein. Während Regisseurin Sung Hyung Cho in ihrer Wacken-Dokumentation "Full Metal Village" (2006) den Fokus auf die Auswirkungen des Festivals auf die Gemeinde legte, nennen die beiden Macher ihr Werk selbstironisch "Trash-Doku". Denn hier spielt der Ort keine große Rolle, hier sind es die dauersaufenden Metaller mit ihren zum Teil recht herben Witzen, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Das ist authentisch, hat Humor, kann manchmal abstoßend und abgründig sein, Spaß macht es jedoch trotzdem.



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