Mittal ist der größte Stahlkonzern weltweit und ein wahres Imperium, das in über 60 Ländern vertreten ist und insgesamt 250.000 Menschen beschäftigt. Der aus einer einfachen Familie aus Kalkutta stammende Lakshmi Mittal wurde binnen 15 Jahren zu einem der reichsten Männer der Welt. Der Inder ist der personifizierte Erfolg. Er verkörpert das Positive am neuen, liberalen und globalen Kapitalismus wie auch den Siegeszug der Schwellenländer über die Industriestaaten. Als er 2006 ein Übernahmeangebot für den angeschlagenen Arcelor-Konzern unterbreitete, wurde er gefeiert wie ein Messias. Heute gilt Mittal als Totengräber der europäischen Stahlindustrie. Der multinationale Arcelor-Mittal-Konzern büßte durch die Wirtschaftskrise 80 Prozent seines Wertes ein, ist hoch verschuldet, macht weiterhin Verluste und schließt in Europa ein Stahlwerk nach dem anderen. Dieser rapide Niedergang offenbart die dunkle Seite eines Wirtschaftsmodells, das allein auf kurzfristige Rendite setzt, Werte im alleinigen Interesse der Anteilseigner abschöpft und damit dem Gemeinwohl schadet. Das Scheitern des Mittal-Modells belegt auch den rückläufigen Einfluss Europas, das als Verlierer der Globalisierung dasteht. Der alte Kontinent scheint weder in der Lage zu sein, die Abwanderung beziehungsweise Schließung seiner Industrie zu verhindern, noch vermag er - im Gegensatz zu den USA und China - seine Spitzenindustrie zu beschützen und ein neues, zukunftsträchtiges Wirtschaftsmodell für künftige Generationen zu entwickeln. Erstmalig waren aktuelle und frühere Mitarbeiter aus Lakshmi Mittals engstem Kreis bereit, vor laufender Kamera über die außergewöhnliche Geschichte eines Mannes zu sprechen, der ein Stahlimperium regieren wollte - in guten wie in schlechten Zeiten. "Mittal - Die dunkle Seite des Stahlmagnaten" ist eine Investigation über Glanz und Niedergang eines der größten Konzerne der Welt. Der Dokumentarfilm deckt die Hintergründe eines Systems auf, das sich weitgehend an den Methoden der Finanzwirtschaft orientiert und mehr an Monopoly als an Industriekapitalismus erinnert.