Die junge Filmstudentin Lourdes reist in das nordspanische Bergdorf Obaba, um dort einen Videofilm über Leben und Leute des Baskenlandes zu drehen. Schon bei ihrer Anreise und Ankunft wird Lourdes mit den merkwürdigsten Geschichten konfrontiert, denen sie zunächst keinen Glauben schenken will. Doch zu ihrer Überraschung bekommt sie bald das sichere Gefühl, dass alle Geschichten aus dem Dorf irgendwie miteinander verwoben sind, hintergründig, mit kaum wahrnehmbaren Fäden. Aber je mehr sie über die Leute von Obaba und ihr Leben zu wissen scheint, desto weniger gelingt es ihr, die Tatsachen zu finden, die sie mit ihrer Videokamera festhalten will...

Bereits mit seinen Regiearbeiten "Geheimnisse des Herzens" und "Treffpunkt Kronen-Bar" zeigte Montxo Armendáriz, dass er zu den wichtigsten zeitgenössischen Regisseuren der Iberischen Halbinsel gehört. Mit "Obala" verfilmte er Geschichten aus dem Bestseller "Obabakoak oder Das Gänsespiel" des bekannten baskischen Autors Bernardo Atxaga, der 1988 erschien, mit den höchsten Literaturpreisen Spaniens ausgezeichnet und in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde. Armendáriz zauberte aus diesen Geschichten um den fiktiven Ort Obaba mit wunderbaren Bildern des Kameramanns Javier Aguirresarobe ("The Others", "Sprich mit ihr - Hable con ella") einen skurrilen, symbolträchtigen Kosmos, in dem Verfremdung und Parodie die Sinne beherrschen. So wird - ganz in der Tradition des spanischen Kinos von Buñuel bis Almodóvar - das Fantastische real und das Reale fantastisch.

Foto: Zorro