Der unscheinbare Kameramann Mark Lewis wird von seinen Kollegen geschätzt. Niemand ahnt, daß er als Kind von seinem Vater, der die Psychologie der Angst erforschte, für wissenschaftliche Zwecke mißbraucht wurde: Der Wissenschaftler pflegte seinen Sohn aufzuwecken, indem er ihm mit einem hellen Licht ins Gesicht leuchtete und seine erschrockene Reaktion mit einer Kamera festhielt. Jahre später führt Mark ein mörderischen Doppelleben: Er lädt ahnungslose junge Frauen in sein Appartement ein, um mit der Kamera ihre Todesangst einzufangen. Während er sein Objektiv auf die verzerrten Gesichter richtet, lässt er ein in das Stativ eingebautes Messer an ihre Kehlen fahren. Nur für seine Nachbarin Helen hegt Mark liebevolle Gefühle ...

1960 sorgte Regisseur Michael Powell mit diesem Thriller für einen handfesten Skandal. Die britischen Kritiker, die Powells Filmen schon lange feindlich gegenüberstanden, beschimpften ihn als kranken und billigen Filmemacher. Der Grund: Powell verarbeitete in seinem Film Themen wie Kindesmissbrauch und den daraus resultierenden Wahnsinn des Protagonisten. Seine subjektive Kameraführung, die Alfred Hitchcock im gleichen Jahr in "Psycho" perfektionierte, machte den Zuschauer darüber hinaus ungewollt zum Komplizen des Mörders. Ironie des Schicksals: Die gleichen Kritiker, die Powell seinerzeit verdammten, nennen den Thriller heute Powells Meisterwerk. In der Hauptrolle des gestörten Filmfreaks glänzt Karlheinz Böhm, der mit diesem Film sein Image als "Sissi"-Ehemann entgültig ablegen wollte. Regisseur Powell ist in den Rückblenden als teuflischer Vater zu sehen, sein Sohn Colomba spielt den Mörder als Kind.

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