Nach dem Krieg fand die musikalische Form des Jazz auch unter dem Einfluss der alliierten Besatzer in Deutschland und in Europa verstärkt Verbreitung und entwickelte bald eine erstaunliche Eigendynamik - und diese durchaus losgelöst von den vornehmlich afroamerikanischen Wurzel dieser Musik. Der Film sucht nach den Ursprünge des Jazz in Europa, zeigt den Wandel zu Eigenständigkeit sowie die unterschiedlichen Spielarten einzelner Länder und Kulturen.

Für den an Jazzmusik interessierten Laien bietet diese Dokumentation von Jazzkenner Julian Benedikt ("Blue Note - A Story of Modern Jazz", "Jazz Seen") einen persönlich gefärbten Überblick über Stilrichtungen und Musiker des zeitgenössischen Jazz in Europa. Legenden wie Gitarrist Coco Schumann, Sängerin Dee Dee Bridgewater, der verstorbene Posaunist Albert Mangelsdorff, Pianist Joachim Kühn oder Produzent René Urtreger kommen zu Wort. Filmisch ist das Ganze allerdings wenig erquicklich und eher für den Heimgebrauch tauglich (sprich DVD oder TV).

Foto: Delphi