Als 1982 der Israeli Max Stoller als Trainer der Basketball-Nationalmannschaft nach Deutschland kommt, beginnt für ihn auch eine schmerzliche Reise in die eigene Vergangenheit. Denn Stoller hat in Frankfurt seine Kindheit verbracht und seine Erinnerungen führen ihn zurück in jene Tage, in denen er seine Eltern zum letzten Mal sah. Als er die einstige elterliche Wohnung aufsucht, trifft er auf eine alleinerziehende Türkin ...

Zweifellos ist dies einer jener Filme, die eindeutig zu viel wollen, aber keine Geschichte wirklich konsequent bzw. ausreichend erzählen. Der Konflikt zwischen Trainer und jungem Spieler (Max Riemelt) ist völlig aufgesetzt, ebenso die wenig glaubwürdige Annäherung zwischen dem deutschen Juden und der Türkin. Der 80er-Jahre-Chic funktioniert halbwegs, die Örtlichkeiten jedoch nicht, denn Frankfurter wissen gleich, dass die Drehorte kaum in Frankfurt zu finden sind. Dagegen werden Kölner hier ihr Viertel erkennen können. Interessant an diesem Drama ist jedoch, dass vieles auf wahren Begebenheiten beruht. So war es der Holocaust-Überlebende Ralph Klein, der als Trainer mit Maccabi Tel Aviv den Europapokal der Landesmeister holte. 1983 kam er in die BRD zurück, um das Nationalteam zu den Olympischen Spielen von Los Angeles zu führen. Darüber hinaus ist es vor allem Hauptdarsteller Danny Huston zu verdanken, dass einige Momente durchaus fesseln. Aber eben nur einige! Regisseur Eran Riklis hat mit "Die syrische Braut" oder "Lemon Tree" zuvor eindeutig bessere Werke vorgelegt.



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