Die Zeit um 1890: Hugo Barnsteadt hat seinen Jugendfreund Biff Grimes um die besten Jahre des Lebens gebracht. Nicht genug damit, daß Hugo seinem Freund die Jugendliebe Virginia ausspannte und sie heiratete. Bauunternehmer Barnsteadt machte seinen Geschäftsführer Grimes später auch noch für die eigenen Schlampereien in der Firma verantwortlich und ließ Biff unschuldig hinter Gitter wandern. Das alles geht Biff, mittlerweile Zahnarzt, durch den Kopf, als sein ehemaliger Jugendfreund wimmernd als Patient bei ihm unter'm Bohrer sitzt. Rache ist süß, könnte man meinen. Doch Biff erkennt, dass sich seine einstige Jugendliebe zur Furie entwickelt hat und Hugo nur noch ein psychisches Wrack ist, den das Leben bereits genug gestraft hat ...

In "Schönste der Stadt" präsentiert sich James Cagney auf dem Höhepunkt seiner komödiantischen Meisterschaft. Sprühend vor Temperament, liebenswürdig und rührend zieht er das Publikum in seinen Bann. Walsh gelang eine Komödie, wie sie das Leben schreibt. Mit kleinen moralischen Zeigefingern zwar, aber witzig und virtuos inszeniert, zusätzlich angereichert mit musikalisch-beschwingenden Elementen. Hier wird so einiges auf die Schippe genommen: die Emanzipationsbestrebungen der Frau, das auf die Schönen fixierte Rollenverhalten des Mannes. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt - eine moderne, schwarz-weiße Filmbotschaft in den USA Anfang der 40er Jahre, unterhaltend verpackt."Schönste der Stadt" ist Walshs persönliches Lieblingswerk aus der Tonfilmzeit. "Ich mag einfach seinen Rhythmus, die Musik aus der alten Zeit, die Charaktere und die Kostüme. Der Film brachte mich in meine Kindheit zurück. Alles entwickelt sich wie ein Sommertag, von der ersten Szene aus, in der die beiden Freunde die zwei Mädchen im Park kennen lernen."

Foto: Degeto Film Frankfurt