Harry Belafonte kennt man hierzulande hauptsächlich durch seinen Welt-Hit "Banana Boat Song“ und dessen Auftakt (mit "Daaaay-Ooo"). Dem ein oder anderen ist er vielleicht noch als Schauspieler aufgefallen, hat er doch immerhin in mehr als 40 Filmen mitgewirkt. Doch dass der Sänger in den USA schon an der Seite von Martin Luther King Jr. für die Bürgerrechte der Farbigen eingetreten ist, weiß man hier kaum. So trat der Sohn karibischer Einwanderer auch gemeinsam mit Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika ein. Grund genug sich vor laufender Kamera mit dem 85-Jährigen zu unterhalten.

Das Ergebnis von Filmemacherin Susanne Rostock sind starke Interviewszenen, gepaart mit Doku-Material, die den Spuren des sympathischen Künstlers mit politischem Engagement, aber auch dem Familienvater folgen. Stets freundlich ereifert sich Belafonte vor allem über die US-amerikanische Außen- und Sozialpolitik. Rostock porträtiert so einen Mann, der auch im hohen Alter nichts von seinem Charisma und seiner Wissbegier eingebüßt hat. Filmisch ist das Ganze nicht sonderlich aufregend, erhellt aber durchaus die ein oder andere unbekannte Episode in der beeindruckenden Biografie des Mannes.



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