Guillaume Boudet ist der leitende Ingenieur des Atomkraftwerks in Catenau. Er wird von einem gemütlichen Abend mit Familie und Freunden ins Atomkraftwerk bestellt, wo ein indischer Delegierter auf ihn wartet, um den Ankauf von vier Atomkraftwerken für seine Regierung abzuwickeln. Auf den Wunsch des potenziellen Kunden hin wird eine Notabschaltung simuliert, um die Verlässlichkeit der Kernreaktoren zu bestätigen. Doch diese gerät schnell außer Kontrolle ...

Regisseur François Luciani ("Rivalen unterm Halbmond") entwirft hier ein beklemmendes wie fesselnd-realistisches Szenario, dass zu einer Gefahr für die Bevölkerung wird. "Ein nuklearer Unfall großen Ausmaßes in Frankreich ist nicht 100 Prozent auszuschließen", erklärte André-Claude Lacoste, der Präsident der Behörde für nukleare Sicherheit bereits 2006. Beispiele für eine Bedrohung der Umwelt und der Bevölkerung durch Kernkraft in Frankreich gibt es zu Hauf, man denke etwa an die Pannenserie im Atomkraftwerk von Tricastin im Juli 2008. Vor allem Störfälle wie in Temelín, Paks oder Sellafield sowie Katastrophen wie der Super-GAU in Tschernobyl und Fukushima haben in den letzten Jahrzehnten das Vertrauen in die Atomtechnologie nachhaltig erschüttert. In den Neunzigerjahren hatten daher etliche Länder in Europa ihren Ausstieg aus der Atomkraft geplant oder bereits eingeleitet, ein grundsätzlicher Richtungswechsel - zumindest in Deutschland - setzte aber erst nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 ein.

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