Jessica Chastain

Wurde als CIA-Agentin Maya in dem Doku-Drama "Zero Dark Thirty" bekannt: Jessica Chastain Vergrößern
Wurde als CIA-Agentin Maya in dem Doku-Drama "Zero Dark Thirty" bekannt: Jessica Chastain
Fotoquelle: JStone/shutterstock.com
Jessica N. Howard
Geboren: 24.03.1977 in Sacramento, Kalifornien, USA

Auf manchen Fotos wirkt Jessica Chastain wie die jüngere Schwester von Julia Roberts. Doch wer sie in dem stark gespielten Doku-Drama "Zero Dark Thirty" (2012) von Kat­h­ryn Bigelow sieht, wird sie als absoluten Anti-Julia-Typ kennenlernen. Chastain spielt die CIA-Agentin Maya, eine Frau von fanatischer Unbeirrbarkeit. ­Ihre Aufgabe: den islamistischen Terror eindämmen - auch wenn dafür Folter eingesetzt wird. Ihr Ziel schließlich: Osama Bin Laden schnappen, was bekanntlich in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2011 geschah. Wer Bigelows Filme kennt, weiß: Dies ist keine Hymne auf Amerika, sondern eine beklemmende Studie des Krieges als Wahnsinn im Endstadium. Und Chastain spielt ihre Rolle so überzeugend, dass sie für ihr Spiel mit dem Golden Globe belohnt und für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert wurde.

Dies ist jedoch nicht Chastains erste Nominierung für den begehrten Filmpreis, denn bereits 2011 war sie für den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihr Spiel in Tate Taylors Kathryn-Stockett-Verfilmung "The Help" vorgesehen, musste sich aber ihrer "Help"-Kollegin Octavia Spencer geschlagen geben. Die Rolle einer unsicheren jungen Ehefrau aus den Südstaaten, die alles dafür tut, in die bessere Gesellschaft aufgenommen zu werden, brachte ihr darüber hinaus Nominierungen für den Golden Globe, den Screen Actors Guild Award und den Critics' Choice Award ein. Doch zurück zu den Anfängen.

Aufgewachsen mit vier Geschwistern in Nordkalifornien, entdeckte die Tochter eines Feuerwehrmanns und einer Köchin im Alter von neun Jahren zunächst den Tanz für sich, vier Jahre später schloss sie sich einem Tanz-Ensemble an und wagte erste Schauspielversuche unter der Verwendung des Geburtsnamens ihrer Mutter. Schon bald sah man die junge Jessica in Shakespeare-Produktionen und schließlich blieb ihr Talent nicht verborgen, denn ein Schauspieler aus einer "Romeo & Julia"-Produktion ermutigte sie, für ein Studium an der Juilliard School in New York City vorzusprechen. Dort wurde Jessica auf Anhieb angenommen und gehörte bald zum Kreis der "Crew 32", deren Ausbildung durch ein Stipendium von Robin Williams, einer der bekanntesten Juilliard-Absolventen, finanziert wurde. Schon seinerzeit war Jessica immer wieder auf der Theaterbühne zu sehen, so etwa beim renommierten Williamstown Theater Festival in "The Cherry Orchard" oder im Off-Broadway-Theater Playwright’s Horizons in "Rodney's Wife".

Noch vor dem Ende ihrer Ausbildung entdeckte der TV-Produzent und Drehbuchautor John Wells das außergewöhnliche schauspielerische Talent von Jessica Chastain und besetzte sie in ihren ersten kleinen Rolle in seiner Erfolgsproduktion "ER" (2004) und noch im gleichen Jahr folgte ein Auftritt in der Serie "Veronica Mars". Unter der Regie von P.J. Hogan sah man Jessica schließlich ein Jahr später in den TV-Horror-Drama "Dark Shadows", drei Episoden lang verkörperte sie in der Anwaltsserie "Law & Order: Trial by Jury" (2005/2006) Assistant District Attorney Sigrun Borg und spielte in weiteren TV-Formaten die "Close to Home" und "The Evidence" (beide 2006). Ebenfalls 2006 stand sie mit Alt-Stars wie Richard Chamberlain und Stacy Keach für Kevin Connors Abenteuerfilm "Blackbeard" vor der Kamera.

2008 übernahm die attraktive Darstellerin unter der Regie von Dan Ireland die Titelrolle in "Jolene" mit Rupert Friend, Frances Fisher und Dermot Mulroney. Für ihre Darstellung wurde Chastain 2008 beim Seattle Film Festival als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Im Jahr darauf entstand Anders Andersons Thriller "Tödliche Augenblicke", der sie an der Seite von Josh Lucas, Jon Hamm und Rhona Mitra zeigte, während sie in John Maddens intelligenter wie packender Agentengeschichte "Eine offene Rechnung" als junge Mossad-Agentin in das Berlin der Sechzigerjahre eintauchte. Nach ihrem viel gelobten Auftritt in dem oben bereits erwähnten Drama "The Help" stand sie als Ehefrau des von Albträumen geplagten Michael Shannon für das Drama "Take Shelter - Ein Sturm zieht auf" (2012) vor der Kamera, nachdem sie zuvor in Terrence Malicks Drama "The Tree of Life" in die Rolle der Ehefrau von Brad Pitt geschlüpft war.

Neben ihrer Filmtätigkeit ist Jessica Chastain auch immer wieder auf der Theaterbühne zu sehen, so etwa als "Salome" in der gleichnamigen Inszenierung (2006) von Estelle Parsons am Wadsworth Theatre in Los Angeles (Jessica stand 2011 auch für Al Pacinos Drama "Wilde Salome" vor der Kamera), 2010 als Desdemona bei den Wiener Festwochen, am Bochumer Schauspielhaus und bei der LAByrinth Theater Company in New York, oder als Catherine Sloper in "The Heiress" (2012) am Walter Kerr Theatre in New York.

Weitere Filme und Serien mit Jessica Chastain: "Journeyman - Der Zeitspringer" (Serie, 2007), "The Westerner" (Kurzfilm), "Agatha Christie's Poirot - Murder on the Orient Express" (beide 2010), "Coriolanus", "Texas Killing Fields" (beide 2011), "Madagascar 3: Flucht durch Europa" (Stimme US-Version), "Lawless", "Tar", "Mama" (alle 2012), "Verführt und verlassen" (2013).


Zur Filmografie von Jessica N. Howard
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