Sabine Sinjen

In der Blüte ihrs Lebens: Sabine Sinjen in den
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In der Blüte ihrs Lebens: Sabine Sinjen in den Siebzigern
Sabine Sinjen
Geboren: 18.08.1942 in Itzehoe, Deutschland
Gestorben: 18.05.1995 in Berlin, Deutschland

Mit ihrem dramatischen Talent, ohne große Gesten allein durch Blicke und ihre engelsgleiche Stimme, Gefühle von Lebensfreude und Schmerz rüberzubringen, hätte der einstige Teenager-Star neben Romy Schneider eine der Großen des Charakterfachs werden können. Eine Krebserkrankung, durch die die Ingenieurstocher 1986 ihr rechtes Auge verlor, verhinderte diese Karriere. Neun Jahre später, im Alter von erst 52 Jahren, wenn andere Charakterdarsteller zur Höchstform auflaufen, starb die vordem so attraktive Schauspielerin.

Das Spektrum in den knapp 40 Jahren, die Sabine Sinjen vor der Kamera und auf der Bühne gestanden hat, reicht von naiven Backfisch-Rollen bis hin zum beklemmenden Spiel desillusionierter Frauen. Ihr Filmdebüt nach Schauspielunterricht (bei Else Bongers) fällt ins Jahr 1957. In "Die Frühreifen" lässt sich die 15-Jährige von einem junge Mann verführen. Wenig später ist sie in "Stefanie" (1958) der frühreife Teenager, der selbst verführt. Die Rolle bringt ihr frühen Starruhm. Als sensible Internatsschülerin zwischen aufkeimender Liebe und Zwängen ist sie als Partnerin von Romy Schneider in "Mädchen in Uniform" (1958) zu sehen. Produzent Artur Brauner will das Talent mit einem Siebenjahresvertrag an seine Studios binden, doch mit der Festlegung auf das (un-)glücklich verliebte Mädchen - "Sabine und die 100 Männer" (1960) / "Stefanie in Rio" (1969) - will sich Sabine Sinjen offenbar nicht abfinden.

Die Schauspielerin trennt sich von Brauner und sammelt neben Jean Marais, Jean-Pierre Cassel ("Napoléon II, l'aiglon", 1961) und Lino Ventura "Mein Onkel, der Gangster", 1963) Erfahrungen beim französischen Film. Wieder in Deutschland, hilft ihr Ulrich Schamoni, vom Image der süßen Biene loszukommen. Seine Filme "Es" (1965), "Alle Jahre wieder" (1967), "Wir zwei" (1970) werfen einen gesellschaftskritischen Blick auf das Geschlechterleben und geben Sinjen Raum für Dramatik.

1963 heiratet sie den Regisseur Peter Beauvais und startet, einige Male unter seiner Regie, auch eine TV-Karriere. Im Fernsehspiel ist sie gerne die zermürbte Frau auf der Suche nach Liebe und Erfüllung: "Am Wege" (1975), "Dorothea März" (1976). Als Giftmörderin überrascht sie 1978 in "Gesche Gottfried". Im Kino ist sie noch einmal 1986 als Caroline Friederich in dem Maler-Historienfilm "Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit" zu sehen. Auch nach ihrer Tumor-Operation steht Sabine Sinjen in Berlin weiter auf der Bühne. Ins Fernsehen kommen 1991 noch der Liebesfilm "Das Haus im Ginster" und "Von Frau zu Frau: Die Sammlerin" (1994). 1995 kam die letzte TV-Dokumentation über die Schauspielerin "Ich hab' gelernt, unheimlich gern zu leben" auf den Bildschirm. 1998 wurde ihr Buch "Wenn der Vorhang fällt" veröffentlicht.

Weitere Filme: "Die große Chance" (1957), "Schmutziger Engel" (1958), "Alt Heidelberg" (1959), "Kein Engel ist so rein" (1960), "Das Glas Wasser" (1960, neben Gustaf Gründgens, Hilde Krahl, Liselotte Pulver), "Im sechsten Stock" (1961), "Die Försterchristel" (1962), "Die Flusspiraten vom Mississippi" (1963), "Die Sommerfrische" (1965), "Ein idealer Gatte" (1965), "Ein Duft von Blumen" (1967), "Der Kaufmann von Venedig", "Sartana - Bete um Deinen Tod" (beide 1968), "Die Ratten" (1969) , "Das weite Land" (1970), "Tatort - Kressin und der tote Mann im Fleet" (1971), "Der Pfandleiher" (1971), "Tatort - Rechnen Sie mit dem Schlimmsten" (1972), "Was Ihr wollt" (1973), "Griseldis" (1974), "Tatort - Fluppys Masche" (1983), "Die Schwärmer" (1984), "Die Hose" (1987).

Foto: WDR

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