Morgenmagazin - Bovenschulte skeptisch gegenüber Einschränkungen für Ungeimpfte

Sport • Fr., 06.08. • 4 Min.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte, SPD, ist skeptisch, ob Einschränkungen für Ungeimpfte der richtige Weg sind, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Er setzt auf Überzeugungsarbeit. "Ich bin für eine möglichst hohe Impfquote. Die schützt am besten vor der Pandemie." In Bremen habe man gute Erfahrungen gemacht, auf die Kraft des Argumentes zu setzen. 92 Prozent der über 60-jährigen seien geimpft, 76 Prozent der 18- bis 59-jährigen. "Das zeigt, man kann durch einen argumentativ strukturierten Einsatz der Impfkampagne eine ganze Menge erreichen." Man dürfe sich nicht verzetteln, sondern müsse die Leute überzeugen, sagte Bovenschulte. Es sei problematisch zu entscheiden, welche ungeimpften Menschen womöglich von der gesellschaftlichen Grundversorgung künftig ausgeschlossen werden sollten. Als Beispiel nannte er Gottesdienstbesuche und Bildungseinrichtungen. "Wie ist das für Menschen, die sich nicht Impfen lassen können? Brauchen wir dafür einen Extra-Pass, der bestätigt: Ich konnte mich nicht impfen lassen? Das sind eine Fülle von Fragen, die lenken von von dem eigentlichen Ziel ab: Wie können wir die Menschen davon überzeugen, sich impfen zu lassen?'" Das sei viel wichtiger als zu diskutieren, wie Ungeimpfte von verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen würden. "Deshalb bin ich so skeptisch, dass uns diese Diskussion vom eigentlichen Problem ablenkt", sagte Bovenschulte.