Entstanden ist die Idee zum "Tatort", als Gunter Witte für den WDR eine neue Krimiserie entwickeln sollte. Diese sollte nicht nur die "Stahlnetz"-Krimis der ARD ablösen, sondern auch der ZDF-Krimiserie "Der Kommissar" Konkurrenz machen. Das von Witte erarbeitete Konzept zum "Tatort" wurde schließlich zur Umsetzung freigegeben und die erste Folge wurde am 29. November 1970 unter dem Titel "Taxi nach Leipzig" im Fernsehen ausgestrahlt.

Inhaltlich sollten neue Folgen immer unter den Aspekten produziert werden, dass Mordfälle und andere Verbrechen möglichst realitätsnah dargestellt werden und die Kommissare im Mittelpunkt des Fernsehfilms stehen. Alle Geschichten sind dabei in sich geschlossen und haben lediglich einen gemeinsamen, identischen Vor- und Abspann.

Verantwortlich für die Produktion der "Tatort"-Filme sind jeweils die einzelnen Rundfunkanstalten der ARD. So ist zum Beispiel der WDR für die Produktion des Kölner Tatortes zuständig oder der rbb für die Produktion des Berliner Tatortes. Besonders häufig wird auch in den deutschen Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt oder Münster ermittelt.

Als wichtiges Element für jede Folge gilt entsprechend auch das Lokalkolorit. So sollen die jeweiligen Filme die Besonderheiten der jeweiligen Stadt oder der Region berücksichtigen. Etwa 35 neue "Tatort"-Folgen werden so pro Jahr umgesetzt und wenig später im Fernsehen gezeigt.

Die Kosten für eine "Tatort"-Folge

Dabei beträgt das durchschnittliche Produktionsbudget für eine Folge etwa 1,3 Millionen Euro und die Gagen etablierter Kommissar-Darsteller sollen laut Schätzungen bei etwa 80.000 bis 120.000 Euro pro Fernsehfilm liegen. Refinanziert werden die Kosten u.a. durch den monatlichen Rundfunkbeitrag (GEZ). Etwa 14 Cent der zu zahlenden 17,50 Euro werden für die Produktion der Krimireihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" genutzt.

Zu den beliebtesten "Tatort"-Ausgaben gehören die Episoden aus Münster. Dort ermitteln Axel Prahl als Kommissar Thiel und Jan Josef Liefers Gerichtsmediziner Professor Börne. 2013 erreichte das Ermittler-Duo mit den Folgen "Summ, summ, summ" sowie "Die chinesische Prinzessin" jeweils knapp 13 Millionen Fernseh-Zuschauer - ohne, dass die Zugriffe auf die "Tatort"-Videos in der ARD-Mediathek mit hinzugerechnet wurden.

Im September 2014 konnten Thiel und Börne dann erstmals die 13-Millionen-Marke knacken, als 13,13 Millionen Zuschauer zur Folge "Mord ist die beste Medizin" einschalteten.

Tatort im Kino

Für Aufsehen sorgte 2016 auch Til Schweiger, der eine "Tatort"-Folge unter dem Titel "Tschiller: Off Duty" für das Kino produzieren ließ. Inhaltlich setzte die Kinofassung an die Episode "Fegefeuer" an, die im Januar 2016 im Ersten zu sehen war.

Neben Schweiger als Kommissar Nick Tschiller, spielten auch Fahri Yardim als sein Partner Yalcin Gümer und Schweigers Tochter Luna als Leonora Tschiller mit. Der Film erschien am 4. Februar 2016 in den deutschen Kinos.