Axel Prahl

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Axel Prahl als Münsteraner "Tatort"-Ermittler
Fotoquelle: ARD
Axel Prahl
Geboren: 26.03.1960 in Eutin, Deutschland

Man kennt ihn als bodenständigen Ermittler an der Seite des etwas spleenigen Forensikers Boerne alias Jan Josef Liefers aus den Münsteraner "Tatort": Axel Prahl. Nach seinem Studium an der Schauspielschule Kiel (1982-1985) spielte Prahl zunächst an zahlreichen Bühnen wie etwa dem Berliner Renaissance-Theater, dem GRIPS Kinder- und Jugendtheater sowie den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin. Seit Anfang der Neunzigerjahre war Prahl auch immer öfter im TV zu sehen, so etwa unter der Regie von Max Färberböck in "Schlafende Hunde" (1991) oder an der Seite von Hannelore Hoger in dem Krimi "Bella Block - Die Kommissarin" (1993) war er auch dieser Zeit bereits in kleinen Fernsehrollen zu sehen

Bekannt wurde Prahl 1999 aber erst durch seine Nebenrolle in dem Kinofilm "Nachtgestalten" von Andreas Dresen, den er an den Kammerspielen des Deutschen Theaters kennengelernt hat. Dresen sollte Prahl fortan noch häufiger besetzen. Sein kurzer Auftritt als Polizist in "Nachgestalten" war derart überzeugend, dass Prahl seitdem häufig in Ermittlerrollen zu sehen war, so etwa in Marc Rothemunds Psychodrama "Die Hoffnung stirbt zuletzt" (2001), in dem er eine Untergebene nicht vor dem Mobbing der Kollegen beschützt. oder in Mark Schlichters brillantem Krimidrama "Liebe und Verrat" (2001). Außerdem sah man Prahl in Esther Gronenborns Drama "alaska.de" (2000), in Lars Beckers Thriller "Rette deine Haut!" (2000) sowie in Johannes Fabricks Familiendrama "Schleudertrauma" (2002).

Für seine erste TV-Hauptrolle in Andreas Dresens Sozialdrama "Die Polizistin" (2000) erhielt Prahl 2001 den Adolf-Grimme-Preis in Gold, ebenso 2003 für die Rolle in "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Erneut unter Dresen spielte Prahl in dem internationalen Überraschungserfolg "Halbe Treppe" (2002), der bei der Berlinale 2002 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Trotz seiner großen Erfolge vor der Kamera zog es Prahl auch immer wieder auf die Bretter des Berliner GRIPS-Theaters. 2002 sah man den Schauspieler auch an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin in Andreas Dresens "Der Zeugenstand". Das Stück ist eine thematische Aufarbeitung des "Kommando 2. Juni" beziehungsweise der Entführung des Berliner CDU-Politikers Peter Lorenz. Zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Dresen kommt es 2004 in dem Drama "Willenbrock", in dem Prahl gekonnt einen gewieften ostdeutschen Selfmademan gab, dessen Leben plötzlich außer Kontrolle gerät.

Zuvor brillierte Prahl in dem "Polizeiruf 110"-Krimi "Polizeiruf 110 - Wandas letzter Gang" als Familienvater, der Kommissarin Wanda Rosenbaum alias Jutta Hoffmann in seine Gewalt bringt, eine kleine Gastrolle hatte er im selben Jahr in Fridrik Thór Fridrikssons ruhig inszenierten Abenteuerfilm "Islandfalken", 2003 gehörte Prahl zur Besetzung des gefeierten TV-Dokudramas "Das Wunder von Lengede" und spielte in der witzigen Ost-Satire "Befreite Zone". In Hartmut Schoens Beziehungsdrama "Der Grenzer und das Mädchen" (2004) gab er erneut eine brillante Vorstellung als braver Beamter, der in osteuropäischer Tristesse in eine tiefe Lebenskrise gerät, vom Wahnsinn gezeichnet war er in Bettina Blümners "Die Kette" (2004), ein ungewöhnlicher Mix aus Drama und Psycho-Krimi, und erneut unter der Regie von Hartmut Schoen spielte er in dem ausgezeichneten Geschichtsdrama "Die Mauer - Berlin '61" (2006).

Ebenfalls ein Geschichtsdrama folgte mit "Nicht alle waren Mörder" (2006), eine fesselnde, teilweise recht harte Regiearbeit über kaum bekannte Beispiele von Menschlichkeit mit Top-Besetzung, von Jo Baier nach den Kindheitserinnerungen des Schauspielers Michael Degen in Szene gesetzt. Danach sah man Prahl in einer Reihe weniger gelungener Werke wie "Du bist nicht allein", "Mondkalb", "Der rote Baron" und "Stella und der Stern des Orients" (alle 2007), mit seinem Auftritt in Friedmann Fromms mit dem Emmy ausgezeichneter Regiearbeit "Die Wölfe - Hoffnung auf Glück" (2008) gelang Prahl aber auch ein internationaler Erfolg. Gelungene Auftritte hatte Prahl auch in "Die Schimmelreiter" und "Dorfpunks" (jeweils 2008), beides witzige Schleswig-Holstein-Komödien von Lars Jessen.

Die "Tatort"-Krimis mit Axel Prahl: "Tatort - Der dunkle Fleck", "Tatort - Fakten, Fakten" (beide 2002), "Tatort - Dreimal schwarzer Kater", "Tatort - Sag nichts" (beide 2003), "Tatort - Mörderspiele", Tatort - Eine Leiche zu viel" (beide 2004), "Tatort - Der doppelte Lott", "Tatort - Der Frauenflüsterer" (beide 2005), "Tatort - Das ewig Böse", "Tatort - Das zweite Gesicht" (beide 2006), "Tatort - Ruhe sanft", "Tatort - Satisfaktion" (beide 2007), "Tatort - Krumme Hunde", "Tatort - Wolfsstunde" (beide 2008), "Tatort - Höllenfahrt", "Tatort - Tempelräuber" (beide 2009), "Tatort - Der Fluch der Mumie", "Tatort - Spargelzeit" (beide 2010), "Tatort - Herrenabend", "Tatort - Zwischen den Ohren" (beide 2011), "Tatort - Hinkebein", "Tatort - Das Wunder von Wolbeck" (beide 2012), "Tatort - Summ, Summ, Summ", "Tatort - Die chinesische Prinzessin" (beide 2013).

Weitere Filme mit Axel Prahl: "Das Phantom - Die Jagd nach Dagobert" (1994), "Papa Was a Rolling Stone" (Kurzfilm, 1995), "Heiß und kalt" (1996), "Letting Go" (1998), "Emmerich", "Herzrasen" (beide 2000), "Paulas Schuld", "Beim nächsten Coup wird alles anders", "Ich bring dich hinter Gitter" (alle 2001), "Geht nicht gibt's nicht", "NeuFundLand" (alle 2002), "Schussangst" (2003), "Aus Liebe zum Volk" (Sprecher), "Nachtschicht - Vatertag", (beide 2004), "Die wilden Hühner" (2005), "Die Weisheit der Wolken", "Friedliche Zeiten", "Liesl Karlstadt und Karl Valentin", "Die Patin - Kein Weg zurück" (2008), "Zwölf Winter", "Berlin '36" (beide 2009), "Hier kommt Lola!", "Der ganz große Traum", "In der Welt habt ihr Angst" (alle 2010), "Die Lehrerin" (2011), "Das Millionen Rennen", "An Enemy To Die For", "Harms" (alle 2012), "Alles inklusive", "Rico, Oskar und die Tieferschatten" (beide 2014).


Zur Filmografie von Axel Prahl
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