In seiner Rolle als Kommissar Frank Thiel lieben ihn die Fans des Münsteraner Tatorts. Doch dass Axel Prahl auch mit Herz und Seele Musiker ist, das wissen nicht unbedingt alle seiner TV-Getreuen. Dabei begleitet ihn die Musik schon viel länger als die Schauspielerei.

Wer sich von seinen musikalischen Qualitäten überzeugen möchte, kann das am 25. Januar in dem gefühlvollen Fernsehdrama "Nur mit dir zusammen" tun. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, mit der der Film, der im Auftrag der ARD Degeto für das Erste produziert wurde, seine Zuschauer überrascht. Denn an Axel Prahls Seite gibt Popstar Vanessa Mai ihr Filmdebüt. Für beide also die Chance, zwei Talente – Musik und Schauspielerei – in einem Film zu vereinen. Garantiert eine besonders reizvolle Aufgabe, oder? Das Interview mit Vanessa Mai lesen Sie hier.

In "Nur mit dir zusammen" sind Sie als Wim, Vater der aufstrebenden Musikerin Juli (gespielt von Vanessa Mai), zu sehen, eine Rocklegende, die sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. War es besonders reizvoll für Sie, Ihre beiden Talente – Schauspieler und Musiker – in einem Film vereinen zu können?

Axel Prahl: Auf jeden Fall, und es hat riesig Spaß gemacht! Vor allem, weil ich dabei meine eigenen Songs spielen durfte. "In meinem Traum", "Wenn sie fort ist" sowie die Songs "Ritual" und "Heute fang ich an". Die letzten beiden stammen von meinem aktuellen Album "MEHR". "Wenn Sie fort ist" habe ich extra für diesen Film komponiert. Das ist der Song, bei dem ich im Film meine Gitarre zertrümmert habe. Das hat mich echt Überwindung gekostet, das zu tun.

Wie war die Zusammenarbeit mit Vanessa Mai? Hat sie sich bei ihrem Film-Debüt gut geschlagen?

Prahl: Großartig! Vanessa ist eine sehr sensible, emphatische Frau, und ich finde, sie hat die Aufgabe wunderbar gemeistert. Es gab beispielsweise eine gemeinsame Szene, in der sie spontan weinen sollte. Da gibt es durchaus Kollegen und Kolleginnen, die brauchen für so etwas technische Hilfsmittel. Vanessa hat das drei Mal hintereinander problemlos geschafft, echt zu weinen.

Musik begleitet Ihr Leben schon viel länger als die Schauspielerei. Warum haben Sie sich letztendlich doch für die Schauspielerei entschieden und die Musik als zweites Standbein gewählt?

Prahl: Mit meiner damaligen Band "ImPuls" konnten ich nicht genug verdienen, um damit meine Familie zu versorgen, das erste Kind war unterwegs. Außerdem waren die Proben und die Pendelei zwischen Kiel und Hamburg sehr zeitintensiv, und ich war ja zu der Zeit schon am Theater engagiert. Also habe ich die Band verlassen und mich, gottlob, für die Schauspielerei entschieden.

Über Sie ist zu lesen, dass Sie im Alter von 14 Jahren einen Musikwettbewerb gewonnen haben, für dessen Fortsetzung Sie sich auf Landesebene qualifizierten. Sie hätten allerdings verzichtet, aus Angst, der Erfolg hätte Ihr Leben verändern können. Glauben Sie, Ihr Leben wäre anders verlaufen, wenn Sie doch teilgenommen hätten?

Prahl: Ach was, das ist völliger Unfug. Das hat irgend jemand mal so geschrieben und viele andere haben das abgeschrieben. Ich habe zwar bei dem Wettbewerb gewonnen, war aber nicht so blauäugig zu glauben, dass das der große Schritt zu Erfolg und Berühmtheit wäre. Darum, und weil man als Jugendlicher genug andere Interessen hat, beendete ich erst mal die Schule und machte mein Abitur.

Um den Erfolg sind Sie dann ja doch nicht "herumgekommen", denn jeder kennt Sie aus zahlreichen Rollen. Vor allem sind Sie beliebt als Hauptkommissar Frank Thiel im Tatort Münster. Hat der Erfolg Ihr Leben sehr verändert?

Prahl: Natürlich ändert das ein Leben, wenn einen fast jeder auf der Straße erkennt. Klar, freue ich mich über die positive Resonanz. Dass mit dem Handy heutzutage jeder sofort eine Kamera parat hat, ist allerdings nicht immer ein Segen. Ab und an möchte ich auch gerne mal ausschließlich mit meiner Familie und meinen Freunden so ganz privat unterwegs sein.

Das Interview mit Vanessa Mai zu "Nur mit dir zusammen" lesen Sie hier.