Mechthild Großmann

Lesermeinung
Biografie
Die markante Stimme und der trockene Humor sind das Markenzeichen von Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, die Mechthild Großmann im Münsteraner "Tatort" neben dem schrägen Ermittlerduo Axel Prahl und Jan Josef Liefers verkörpert. Den nicht immer koscheren Ermittlungsmethoden der beiden steht Großmann gelassen gegenüber - für sie zählen die Ergebnisse und Indizien, die nachher schwarz auf weiß auf ihrem Schreibtisch landen. Die 1948 geborene Münsteranerin gab 1980 ihr TV-Debüt in Rainer Werner Fassbinders Literaturverfilmung "Berlin Alexanderplatz" nach dem Klassiker von Alfred Döblin, in der sie eine Gastrolle übernahm. Beim Dreh arbeitete sie mit den Größen des deutschen Films zusammen, darunter Hanna Schygulla, Günter Lamprecht und Elisabeth Trissenaar. Trotzdem lief ihre Filmkarriere zunächst noch schleppend an.

Erst zehn Jahre später wirkte Großmann regelmäßig in deutschen Produktionen mit: In dem Tanzfilm "Die Klage der Kaiserin" (1990) konnte Großmann erstmals im Fernsehen ihre tänzerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Bereits als Kind nahm sie Ballettunterricht und bekam 1969 ein Engagement am Bremer Theater am Goetheplatz, das ihr der damalige Intendant Kurt Hübner verschaffte. Seit 1976 ist Großmann Mitglied des international renommierten und erfolgreichen Wuppertaler Tanztheaters Pina Bausch, bei dem sie 1975 auf dem Brecht-Weill-Abend "Die Sieben Todsünden/Füchtet Euch nicht" sogar mit ihrer rauchig-verführerischen Stimme Gesangseinlagen übernahm. Ihre Bühnenpremiere als Tänzerin feierte Großmann mit Pina Bauschs Inszenierung "Er nimmt sie an der Hand und führt sie in sein Schloss, die anderen folgen". Als Martha trat Großmann 2006 in Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" auf, in der sie alle Facetten der Figur gekonnt auslotete: Sie verkörperte das naive Mädchen ebenso authentisch wie die Femme Fatale, die den Gast Nick verführt, nur um ihren Ehemann aus der Reserve zu locken. In Caroline Links erfolgreichen Kinodrama "Nirgendwo in Afrika" (2001) spielte Großmann die Gefangene Elsa Conrad, die im britischen Internierungslager in Kenia auf die jüdisch-stämmige Jettel Redlich (Juliane Köhler) trifft.

Dank ihrer tiefen und rauchigen Stimme zählt Mechthild Großmann auch zu den beliebtesten Hörbuch-Sprecherinnen Deutschlands. Durch ihr Faible für das Geheimnisvolle spricht sie meistens Krimis und spannungsgeladene Thriller und verleiht diesen mit ihrer markanten Stimme etwas Unheimliches. So erweckt sie die Figuren von bekannten deutschen und internationalen Schriftstellern zum Leben wie beispielsweise in Frank Schätzings apokalyptischen Montageroman "Der Schwarm" (2004), Fay Weldons "Die Teufelin" (2006), Tess Gerritsens "Blutmale" (2008) oder Glenn Meades "Der Jünger des Teufels".

Die "Tatort"-Krimis mit Mechthild Großmann: "Tatort - Der dunkle Fleck", "Tatort - Fakten, Fakten" (beide 2002), "Tatort - Dreimal schwarzer Kater", "Tatort - Sag nichts" (beide 2003), "Tatort - Mörderspiele", (2004), "Tatort - Der doppelte Lott", "Tatort - Der Frauenflüsterer" (beide 2005), "Tatort - Das ewig Böse", "Tatort - Das zweite Gesicht" (beide 2006), "Tatort - Ruhe sanft", "Tatort - Satisfaktion" (beide 2007), "Tatort - Krumme Hunde", "Tatort - Wolfsstunde" (beide 2008), "Tatort - Höllenfahrt", "Tatort - Tempelräuber" (beide 2009), "Tatort - Der Fluch der Mumie", "Tatort - Spargelzeit" (beide 2010), "Tatort - Herrenabend", "Tatort - Zwischen den Ohren" (beide 2011), "Tatort - Hinkebein", "Tatort - Das Wunder von Wolbeck" (beide 2012), "Tatort - Summ, Summ, Summ", "Tatort - Die chinesische Prinzessin" (beide 2013).

Weitere Filme und Serien mit Mechthild Großmann: "Verführung: Die grausame Frau" (1985), "Schlüsselblumen" (1987), "All of Me" (1991), "Ein Fall für zwei" (Serie 1992-1993), "Geschichten aus dem Leben" (Serie 1995), "Gefährliche Freundin" (1996), "Zugriff - Total verdrängt" (Serie), "Ärzte" (Serie), "Auch Männer brauchen Liebe" (alle 1998), "Gespensterjagd", "Antonia - Zwischen Liebe und Macht" (beide 2000), "Ein Sommertraum" (2001), "Der kleine Mönch", "Rosa Roth - Die Abrechnung", "Mein Leben & ich" (Serie), "Adelheit und ihre Mörder - Zwei Morde und ein halber" (Serie), "Das böse Mädchen" (alle 2002), "Derrick - Die Pflicht ruft" (Sprecher), "Die Nachrichten" (beide 2004), "Die Wache - Mörderischer Galopp" (Serie), "Mutterglück" (beide 2006), "Teddytester" (Kurzfilm 2007), "Zwerg Nase", "Biloba" (beide 2008).

Foto: RBB/WDR/Thomas Kost

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