Lars Kraume

Lars Kraume
Chieti, Abruzzen, Italien

Lars Kraumes Berufswunsch war es eigentlich, Foto-Journalist zu werden. Er lernte als Assistent bei den Werbe- und Porträt-Fotografen Ralf Braun, Bernd Wagner und Fritz Dressler und fotografierte 1990 nach dem Fall des Ceaucescu-Regimes eine Foto-Reportage über eine Schule für Behinderte in Rumänien. Doch dann nahm seine Karriere einen anderen Verlauf. 1992 drehte er mit "3:21 Uhr" seinen ersten Kurzfilm, machte ein Volontariat bei verschiedenen Frankfurter Werbefirmen und arbeitete als Werbefotograf.

1994 begann er eine Ausbildung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin, wo er u.a. den Kurzfilm "Life is too short to dance with ugly women" (1997) drehte, der beim Internationalen Filmfestival in Turin den Preis für den Besten Kurzfilm erhielt. Bereits ein Jahr zuvor hatte er als Regie-Assistent von Matthias Glasner bei "Komm zurück, sexy Sadie" (1996) mitgewirkt. Ein Jahr später drehte er mit dem Krimi "Dunckel" (1998) seinen Abschlussfilm an der DFFB. Die spannende Geschichte über drei Brüder, die sich nach einem missglückten Bankraub trennen, um sich später an einem sicheren Ort wieder zu treffen, fand großes Lob und Anklang beim Publikum.

Für "Dunckel" erhielt Kraume 1998 den Studio Hamburg Nachwuchs Preis und in 2000 den Adolf-Grimme-Preis für Regie, Kamera (Andreas Doub) und Schauspieler (Oliver Korittke), das Buch war für den Preis ebenfalls nominiert. Im Anschluss an diesen Erfolg drehte er den Psycho-Thriller "Der Mörder meiner Mutter" (1999), ein Jahr später folgte die belanglose Komödie "Viktor Vogel - Commerical Man". Ebenfalls nicht sonderlich gelungen war das Roadmovie "Kismet - Würfel dein Leben" (2001).

2003 schließlich inszenierte Kraume mit "Tatort - Sag nichts" seinen ersten "Tatort" mit dem beliebten Münsteraner Duo Axel Prahl und Jan Josef Liefers, der ihm auf Anhieb gute Kritiken einbrachte. Dagegen war "Keine Lieder über Liebe" (2005), ein Abstecher mit Jürgen Vogel in melodramatische Gefilde, eher belanglos. Vogel war es allerdings auch, der Kraumes hervorragendem Frankfurter Krimi "Tatort - Wo ist Max Gravert?" (2005) trotz Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf seinen Stempel aufdrückte.

Dass Kraume auch dramatische Stoffe zu inszenieren weiß, zeigte er 2007 mit dem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Sozialdrama "Guten Morgen, Herr Grothe", in dem er sehr ruhig und einfühlsam vom Engagement und von der Ohnmacht eines Lehrers gegenüber schwierigen Schülern erzählt. Im Jahr darauf folgte mit "Tatort - Der frühe Abschied" ein weiterer sehenswerter Frankfurter "Tatort". Ein wenig planlos wirkte dagegen das Drama "Die kommenden Tage" (2010) mit Daniel Brühl und Bernadette Heerwagen.

Ein spannendes Katz-und-Maus gelang Kraume 2011 mit "Tatort - Eine bessere Welt", der erste Fall des neuen Frankfurter Duos Joachim Król und Nina Kunzendorf. Auch die beiden Episoden "Tatort - Der Tote im Nachtzug" (2011) und "Tatort - Im Namen des Vaters" (2012) entstanden jeweils unter der Regie von Kraume, während er für "Tatort - Es ist böse" (2012) das Drehbuch lieferte. Lars Kraume hat übrigens die Drehbücher für viele seine Filme selbst geschrieben. Weitere Filme und Serien von Lars Kraume: "Der Elefant - Mord verjährt nie" (Serie, 2005), "Tatort - Das letzte Rennen" (Drehbuch, 2006), "KDD - Kriminaldauerdienst" (Serie, 2007), "Monogamie für Anfänger" (Drehbuch, 2008) "This is Love" (Produzent, 2009), "Tatort - Wer das Schweigen bricht", "Meine Schwestern" (beide 2013).


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