Nach dem brutalen Mord an einer Prostituierten deutet alles darauf hin, dass ein Serienmörder in Frankfurt und Umgebung sein Unwesen treibt. Kommissar Steier versucht, seine Kollegin Mey von den Ermittlungen möglichst fernzuhalten, da er merkt, wie sehr sie diese mitnehmen. Doch Conny Mey verrennt sich immer mehr in den Fall ...

Dies ist ein Fall für Augen und Hände von Nina Kunzendorf. Die Hände reiben sich, ringen miteinander, zweifeln, brechen aus und schnellen vor, wie wenn sie Waffen wären. Mitunter werden sie tatsächlich dazu. Die Augen vernichten. Sie vernichten Peter Kurth, den unsauber arbeitenden Kollegen. Oder Uwe Bohm, der einen notorischen Nuttengänger gibt und unter ­Verdacht gerät. Es geht um Morde an Prostituierten. Was zu Beginn nach Routine aussieht, die Mördersuche, entwickelt sich zu einem Geduldsspiel. Der Mörder hinterlässt neben dem Gleichmaß seiner ­blut­­lüsternen Handlungen keinerlei Spuren. Nicht die leiseste Andeutung einer DNA. Kunzendorf stürzt sich kopfüber und gegen Widerstände in diesen Fall – und zerbricht. Weinend stiefelt sie nach ihrer Absetzung über die langen Flure des Polizeireviers. Der Gegenspieler zu Kunzendorfs Verzweiflung ist Marc ­Bischoff, ein zerknülltes Blatt von einem Mann, der bei einer Nutte Unterschlupf gefunden hat. Uwe Bohm fragt ihn ungläubig: "Du knallst die?" Im Nicken Bischoffs liegen Wunsch und Lüge. Zwei, dreimal in diesem bedrückend düsteren Tatort wandelt sich Kunzendorfs Blick in ­Belustigung, ja Zärtlichkeit, in Szenen mit ihrem vermeintlich ­lebens- und liebesuntüchtigen Kollegen Joachim Król – ein rosa ­Wölk­chen am Horizont. Auch in der dritten "Tatort"-Folge des Frankfurter Ermittlerteams geht es nicht nur um die kriminalistische Zusammenarbeit, sondern auch um die beiden ungleichen Charaktere, die von Nina Kunzendorf und Joachim Król mit vollem Einsatz gespielt werden. dh

Foto: HR/Johannes Krieg