Es sind nur geringfügige Abweichungen in der DNS, die sie und uns trennen. Aber Affen und Menschen, das weiß jedes Kind, sind trotzdem nicht dafür gemacht, zusammenzuleben. In der realen Welt kam es dort, wo Menschen ihre Wohnung doch mit Primaten teilen, schon oft zu grauenhaften Zwischenfällen – einige davon wurden zuletzt sehr eindrücklich in der HBO-Dokuserie "Chimp Crazy" nacherzählt. Das Kino fantasierte auch schon mehrfach davon, wie die Sache schiefgehen kann, recht prominent etwa 1986 in "Link – Der Butler". Mit "Primate" kommt jetzt wieder einmal echter Affen-Terror auf die Leinwand.
Ein paar junge Studentinnen verbringen die Ferien vor tropischer Traumkulisse, dann holt Gastgeberin Lucy (Johnny Sequoyah) Ben ins Zimmer. Ihre Freundinnen sind sofort ganz hin und weg von Ben. "Der ist echt süß!" Nicht irgendein schnuckeliger Boy, sondern ein Schimpanse, der T-Shirt trägt und über ein Tablet kommunizieren kann. Lucy erzählt, ihre Mutter habe Ben einst das Leben gerettet, seitdem gehöre der Affe zur Familie.
Familie – da ereignen sich manchmal ja die schlimmsten Tragödien. So auch in "Primate", einem neuen US-amerikanischen Tierhorrorfilm mit schönen jungen Menschen, die ein durchgedrehter Haustier-Affe bald einen nach dem anderen böse durch die Mangel dreht. Es ist ein scheinbar übermächtiger Gegner, viel kräftiger als jeder noch so starke Mensch und verdammt clever. Inszeniert wurde "Primate" von Johannes Roberts, der zusammen mit Ernest Riera auch das Drehbuch schrieb.