Die Ehefrau von Detective Chris Raven (Chris Pratt) ist tot. Ermordet! Aber zum Trauern hat der Polizist keine Zeit. Keine Stunde, keine Minute, keine einzige Sekunde hat er zu verschenken in dem Science-Fiction-Thriller "Mercy". Und auf das Mitgefühl seines Gegenübers kann Raven auch nicht hoffen. Es ist ein Kampf gegen das unbarmherzige Tick-Tack der Uhr ... und gegen eine gnadenlose Künstliche Intelligenz, die völlig emotionslos über Leben und Tod entscheidet. Diese KI ist scheinbar blind wie die alte Justitia. Aber auch gerecht?
Chris Raven muss sich kurz schütteln, findet sich dann festgeschnallt in einem großen kalten Raum vor einem Bildschirm. Ein KI-Avatar, verkörpert von Rebecca Ferguson, erklärt ihm nüchtern die Situation: "Sie sind in der großen Strafkammer von Mercy, einem durch KI betriebenen juristischen System." Chris Raven wird des Mordes an seiner Frau beschuldigt. Aktuelles Schuldlevel 97,5 Prozent. Wenn der Wert nicht unter 92 Prozent sinkt, wird Raven automatisch exekutiert. Der Angeklagte darf frei auf die "kommunale Cloud" der Stadt zugreifen. Allerdings hat er nur exakt 90 Minuten Zeit, um seine Unschuld zu beweisen und herauszufinden, wer (oder was) wirklich hinter dem Mord an seiner Frau steckt.
Eine KI als Ankläger, Richter und dann vielleicht auch gleich als Henker: Zuletzt gab es rund um das Thema Künstliche Intelligenz bereits mehrere sehr düstere Kino-Visionen, und "Mercy" gehört zweifellos auch in diese Reihe. Das Drehbuch zu der Near-Future-Dystopie stammt von Marco van Belle, Regie führte der kasachisch-russische Filmemacher Timur Bekmambetow. Letzterer machte sich in der Vergangenheit unter anderem mit "Abraham Lincoln Vampirjäger" (2012) einen Namen und ist auch schon seit vielen Jahren mit Chris Pratt bekannt: Pratt übernahm seinerzeit eine Nebenrolle in Bekmambetows Hollywood-Debüt "Wanted" (2008).