Die Rolle des draufgängerischen Piloten hat nun der junge Alden Ehrenreich übernommen.
Die Geschichte vor der Geschichte: "Solo: A Star Wars Story" geht zurück zu den Ereignissen vor "Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung".

Solo: A Star Wars Story

KINOSTART: 24.05.2018 • Science Fiction • USA (2018) • 135 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Solo: A Star Wars Story
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
250.000.000 USD
Einspielergebnis
315.245.692 USD
Laufzeit
135 Minuten
Regie
Music

Filmkritik

Verschenkte Chance
Von Sarah Schindler

Vor "Star Wars" ist kein Entrinnen mehr. In immer schnellerer Abfolge feuert der Disney-Konzern neue Abenteuer aus der galaktischen Saga auf die Leinwand. Nach "Rogue One" (2016), das sich ganz auf die Geschicke der Rebellen konzentrierte, folgt mit "Solo: A Star Wars Story" nun das zweite Spin-Off. Diesmal liegt der Fokus auf einem nur allzu bekannten Helden: Han Solo, einst von Harrison Ford gespielt, erhält eine Vorgeschichte in Gestalt des 28 Jahre alten Kaliforniers Alden Ehrenreich. Mit viel Action, aber leider nur wenig Seele nimmt der Zuschauer Teil am früheren Leben des jungen, aufrührerischen Piloten mit dem einnehmenden Lächeln.

Han (Alden Ehrenreich) muss alles hinter sich lassen, als er mit Qi'ra ("Game of Thrones"-Star Emilia Clarke) von seinem Heimatplaneten Corellia fliehen muss. Ohne richtig zu wissen, wo er nun hin kann, tritt er der Imperialen Armee bei, um Pilot zu werden. Das geht allerdings nicht lange gut, denn Han hat offensichtlich ein Problem mit Autorität. Wegen massivem Ungehorsam wird er kurzerhand von der Akademie geworfen und muss als Infanterist weiter dem Imperium dienen. Da kommt ihm das Angebot von Beckett (Woody Harrelson) und Val (Thandie Newton) gerade recht! Er soll als Teil der Gaunertruppe einen Zug überfallen, der randvoll mit Coaxium beladen ist. So beginnt sie also, die Geschichte des wohl berühmtesten Schmugglers des Universums.

Die Befürchtung, dass der Film aufgrund des Regiewechsels von Phil Lord und Chris Miller zu Ron Howard ein totales Durcheinander werden würde, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Und das trotz der Tatsache, dass Ron Howard erst engagiert wurde, nachdem die meisten Teile des Drehbuchs schon abgedreht waren. Der Star-Regisseur ("The Da Vinci Code") begann einfach noch mal von vorne und ließ etliche Szenen neu drehen. Sehr zur Freude von Lucasfilm, denn Howard hatte ein Gespür dafür, was es heißt, "Star Wars" einfach "Star Wars" sein zu lassen. Trotzdem kommt oft ein gewisser Zweifel auf, ob "Solo – A Star Wars Story" wirklich hätte sein müssen.

Übermaß an Witz, Flugsequenzen und Verfolgungsjagden

Zwar strotzt der Film nur so vor Action und erfreut jeden Zuschauer, der ein Übermaß an Witz, wilden Flugsequenzen und Verfolgungsjagden verträgt. Denn Unterhaltungspotential bietet "Solo" auf jeden Fall. Da macht es, zumindest zum Ende hin, auch nichts mehr, dass es eigentlich so gut wie keinen Plot gibt. Aber gerade zu Beginn hätte man sich gewünscht, dass vor allem der Hauptcharakter mehr Tiefe erfährt. Denn da die ganze Horde an Nebenfiguren nur sehr spärlich mit Leben gefüllt wurde, trägt Alden Ehrenreich den Hauptteil der Geschichte.

Macht ja auch Sinn, allerdings versprüht sein Han deutlich weniger Charme und die dereinst von Harrison Ford so unglaublich gut umgesetzte freche Verschmitztheit. Natürlich ist es unfair, die beiden Schauspieler miteinander zu vergleichen, allerdings macht es der Film einem auch nicht einfach. Ständig hat man Querverweise zu den Episoden IV bis VI, die das eigene "Star Wars"-Gedächtnis auf Trab halten, und ein steter Vergleich mit den ursprünglichen Filmen zwingt sich geradezu auf.

Ehrenreich macht seine Sache zwar erstaunlich gut, waren doch im Vorfeld Stimmen laut geworden, dass er seine Aufgabe nicht ohne Spezial-Coaching meistern würde. Gleichwohl hat man oft das Gefühl, dass ihm einige Nebendarsteller die Show stehlen. Allen voran Donald Glover, der als Lando glänzt und deutlich mehr Charmepotential an den Tag legt als Han Solo selbst.

Schlussendlich ist "Solo – A Star Wars Story" ein Lückenfüller, der zwar unglaublich unterhaltsam und actionreich ist, sein eigentliches Ziel, nämlich die Chance einen eh schon starken Charakter noch näher vorzustellen, aber verfehlt. Möchte man einfach wieder in gewohnte "Star Wars"-Action einsteigen, kann der Streifen durchaus empfohlen werden. Wer aber auf dramaturgischen Tiefgang und einen Han Solo hofft, der an die guten alten "Star Wars"-Zeiten erinnert, könnte enttäuscht werden.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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