Jim Jarmusch hat sich für einen neuen Film ein paar Familien zusammengestellt, mit Vätern, Müttern, Schwestern, Brüdern. Er lässt sie zusammen Tee oder Kaffee trinken und reden, und irgendwann nach knapp zwei Stunden trinken und reden sie nicht mehr. Aber zwischen den Zeilen passiert natürlich eine Menge – und dabei so viel Gutes, dass die Tragikomödie "Father Mother Sister Brother" im Sommer 2025 in Venedig sogar mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
"Freunde und wen man liebt kann man sich aussuchen, aber nicht die eigene Familie": So eine scheinbar banale Dialogzeile können sich nur wenige Filmemacher erlauben, ohne sich lächerlich zu machen. Jim Jarmusch gehört sicher dazu. Handlungsmäßig passiert ziemlich wenig in "Father Mother Sister Brother", was nicht ungewöhnlich ist für einen Jarmusch-Film. Dafür erzählt er viel über die eigenwillige Natur von Familien, die manchmal in der Tat sehr banal sind, manchmal erdrückend und grausam und manchmal das Schönste, was ein Mensch überhaupt im Leben haben kann.
Drei Familien werden konkret in diesem "Triptychon" beobachtet. Da sind zwei Geschwister, die nach ihrem Vater sehen, der seit dem Tod der Mutter alleine in einer abgelegenen Hütte lebt. Dann zwei Schwestern, die sich zum jährlichen Besuch bei ihrer dominanten Mutter quälen. Und schließlich ein Bruder und eine Schwester, die den tragischen Tod ihrer Eltern aufarbeiten. Mit Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Charlotte Rampling, Indya Moore und Luka Sabbat in den Hauptrollen ist "Father Mother Sister Brother" erstklassig besetzt.