Mit seinem feinen Blick für die großen und kleinen Dramen des täglichen Familien-Wahnsinns feierte Jan Weiler schon einige Erfolge. Besonders bekannt sind etwa sein Debütroman "Maria, ihm schmeckt's nicht" (2003) sowie "Das Pubertier" (2014), auch deshalb, weil beide Stoffe schon großformatig verfilmt wurden. Bei der Kino-Adaption von "Die Ältern" (vierter Band der "Pubertier"-Reihe) saß nun kein Geringerer als Sönke Wortmann ("Der bewegte Mann", "Das Wunder von Bern") auf dem Regiestuhl; das Drehbuch erarbeitete Jan Weiler (gemeinsam mit Robert Gold) gleich selbst. Der Hauptcast wird angeführt von Sebastian Bezzel, dem Star der "Eberhofer"-Krimis.
Dass die "Ältern" es hier so schwer haben, daran sind sie im Film – wie so oft auch im wahren Leben – ein bisschen selbst schuld. Hannes (Bezzel) ist eigentlich Romanautor, hat die größten Erfolge seiner Karriere aber eher schon hinter sich und konzentriert sich inzwischen darauf, seine Liebsten zu umsorgen. Die würden aber eher sagen: sie zu nerven.
Tochter Carla (Kya-Celina Barucki) etwa, 20 Jahre alt, hat genug vom ständigen "Herumschnüffeln" und "Lüften" in ihrem Zimmer. Die junge Frau will endlich weg. Und Mama Sara (Anna Schudt), zuletzt auch ziemlich gelangweilt und abgetörnt vom Papa, kommt gleich mit, um mit Carla eine WG zu gründen. Hannes' vormals so erfolgreiche Romanreihe wird dann auch noch eingestellt. Dass Sohn Nick (Philip Müller) lieber kifft und sich von der Polizei nach Hause bringen lässt, statt fürs Abi zu lernen – passt ins Bild. Für Hannes jedenfalls ist klar: So geht das alles hier nicht weiter!