"Ein gutes Herz zählt mehr als jede Krone und schlichter Glauben mehr als blaues Blut": Die Filmemacher Robert Hamer und John Dighton nahmen diese Zeilen aus einem alten britischen Gedicht einst als Inspiration für ihre berühmte Krimikomödie "Adel verpflichtet" (1949, Originaltitel "Kind Hearts and Coronets"), nur um diese so dargelegten Ideale dann mit Füßen treten zu lassen. Da wurde nach allen Regeln der Kunst intrigiert, getrickst und gemordet, nur um an das große Erbe zu kommen. Knapp 80 Jahre nach "Adel verpflichtet" kommt nun eine ganz ähnliche Geschichte in die Kinos: "How to Make a Killing – Todsicheres Erbe".
Zur genauen Einordnung: Was John Patton Ford (Regie und Drehbuch) nun auf die Leinwand bringt, ist keine direkte Neuverfilmung des abgründigen High-Society-Klamauks mit Alec Guinness in einer Mehrfachrolle, aber sehr stark davon inspiriert. "Was würdest du mit einer Milliarde Dollar machen?", wird Becket Redfellow (Glen Powell, "The Running Man") im Trailer gefragt. Eigentlich müsste man es bei ihm aber anders formulieren: "Was würdest du für eine Milliarde Dollar machen?"
Becket Redfellow stammt aus besten Verhältnissen, allerdings mit ein paar komplizierten Brüchen in der Familiengeschichte. Seine Mutter wurde einst enterbt, die Aussicht auf die Reichtümer ihrer Familie rückte in weite Ferne. Trotzdem erzog sie ihren Becket in der Gewissheit und mit dem ewigen Versprechen, dass er "eines Tages" der Alleinerbe sein würde. Immobilien, Flugzeuge, Inseln und mehr: All das möchte Becket sich als erwachsener Mann nun holen. Insgesamt sieben Menschen stehen zwischen ihm und dem 28-Milliarden-Dollar-Erbe der Redfellow-Dynastie. Also macht er sich in der pechschwarzen Komödie daran, seine Position in der Rangfolge immer weiter zu verbessern – mit Charme, Witz und ohne Skrupel, den einen oder anderen Ast im Familien-Stammbaum brutal abzusägen ...