Besser spät als nie, denkt sich auch Walter (Heiner Lauterbach). Er möchte unbedingt das Herz von Alice (Iris Berben) erobern, nachdem er mit dem Vorhaben vier Jahrzehnte zuvor schon einmal kläglich gescheitert war und jetzt unverhofft wieder auf seine Jugendliebe trifft. Doch das "fast" im Filmtitel "Ein fast perfekter Antrag" verrät schon, dass dabei nicht alles glattläuft und der großen Best-Ager-Romanze ein paar Hindernisse im Weg stehen. Das größte Hindernis ist in gewisser Weise Walter selbst.
Walter ist Witwer. Der Ingenieur im Ruhestand mag rechte Winkel, Ordnung und Technik und vertreibt sich seine Freizeit als Restauranttester – einer von der strengen, pedantischen Sorte. Lauterbach hat sich äußerlich sehr in Schale geworfen für diesen Film, trägt vor allem auffallend viel Haar auf dem Kopf. Aber an sich wirkt die Rolle des mürrischen Seniors wie maßgeschneidert für ihn. Ebenso auf der anderen Seite: Iris Berben verkörpert Alice als eine selbstbewusste Frau mit Charme und Humor, die allerdings nicht viel übrig hat für rechte Winkel. Alice ist Kunstprofessorin – eine von der freigeistigen Sorte.
Walter und Alice, das erscheint im ersten Moment eher doch nicht wie ein "perfect match". Und genau darin liegt vielleicht auch der besondere Reiz dieser Komödie von Regisseur Marc Rothemund ("Wochenendrebellen", Drehbuch: Richard Kropf). Alice lässt Walter erst einmal abblitzen, aber nicht so, dass die Sache absolut unmöglich erscheint. Da ist schon ein gewisses Knistern. Er müsse ihr zeigen, dass er es wirklich ernst meint, erklärt Alice. Also schreibt Walter sich als Senior-Kunststudent in einem ihrer Kurse ein.