Prof. Karl-Friedrich Boerne ist auf dem Nachhauseweg, als er Zeuge wird, wie ein alter Mann rücksichtslos von einem Auto überfahren wird. Als Boerne dem sterbenden Opfer zu Hilfe eilt, wird er beinahe selber überfahren. Der "Unfall" scheint ein gezielter Mordanschlag mit einer ungewöhnlichen Tatwaffe gewesen zu sein: Vater Thiels Taxi. Aber nicht nur Staatsanwältin Wilhelmine Klemm sträuben sich die Haare, als sie das Opfer erkennt, denn es handelt sich um Ludwig Mühlenberg, den als besonders gläubig geltenden Regens des Priesterseminars Sankt Vincenz. Und das in einer Stadt, in der, so Staatsanwältin Klemm, ein toter Priester so viel zählt wie zwei tote Bürgermeister oder drei tote Polizisten ...

"Tatort"-Debütant Matthias Tiefenbacher, der sich zuvor eher mit Beziehungsdramen wie "Der Mann an ihrer Seite" oder "Der Freund von früher" einen Namen machte, setzte hier nach einem Buch von Magnus Vattrodt ("Der Novembermann", "Tatort - Das verlorene Kind") einen äußerst kniffligen Fall für das beliebte Ermittler-Duo in Szene. Während die erste Hälfte noch wie gewohnt witzig daher kommt, befasst sich die zweite Hälfte mit den Tabuthemen Keuschheitsgelübte und Liebe innerhalb der Kirche - und das im katholischen Münster.

Foto: WDR/Michael Böhme