Eine Spaziergängerin will im Wald einen Mann unterhalb eines Felsens liegen gesehen haben, doch als Lena Odenthal vor Ort eintrifft, fehlt von dem Mann jede Spur. Bei der Spurensicherung wird Odenthal plötzlich von hintern niedergeschlagen und anschließend von fünf Jugendlichen als Geisel genommen. Wie sich herausstellt, sind dies Jugendliche aus einem nahe gelegenen Resozialisierungs-Camp, die ihren Gruppenleiter getötet haben und sich nun auf der Flucht befinden ...

Den Ruf, bieder und langweilig rüberzukommen, ­haben sich die SWR-Tatorte mit Ulrike ­Folkerts als Lena Odenthal ­redlich erworben. Zu ­mager die Schauspielerei, zu wenig ­packend die Fälle. Das ist diesmal anders. Zwar holpert die Logik des Drehbuchs mindestens so sehr, wie die Darsteller durch den Pfälzerwald stolpern ("1800 Quadratkilometer", wird dem Zuschauer erklärt; ein bisschen Volkshochschule muss sein), aber es ergibt sich doch eine Story, die man zur Not als Billigversion einer potenziell besseren Weinlage goutieren kann. Ulrike Folkerts durchquert also den Wald als Geisel von fünf Straftätern, die jugendlich wirken sollen (es aber eindeutig nicht sind), und da sich das hinzieht, bleibt dem Zuschauer hinreichend Raum für die Vorstellung, dass dies ein sehr schöner wilder Wald sein müsse, den er auch gern einmal durchwandern würde, vielleicht ohne kriminelle Begleitung. Die starke Musik (Christoph Kaiser, Julian Maas) tut ein Übriges, dass man sich besser ­unter­halten fühlt als, sagen wir, bei "Siska" oder "Der Alte". dh

Foto: SWR/Peter A. Schmidt