Wenige Wochen nach der Verhaftung des Mörders einer jungen Zwangsprostituierten wird der Täter selber Opfer eines Totschlags in der JVA Langenhagen. Charlotte Lindholm zeigt großes Interesse an den Tathintergründen, denn sie glaubt, damit ihren alten Fall wieder aufnehmen zu können, der für sie unbefriedigend ausging. Seinerzeit vergnügten sich einige Herren der feinen Gesellschaft mit jungen Mädchen, die schwer misshandelt und anschießend einfach weggeworfen wurden ...

Regisseurin Franziska Meletzkys Krimi "Tatort - Wegwerfmädchen", der erste Teil dieses "Tatort"-Zweiteilers, hinterließ nicht nur einen faden Beigeschmack, sondern auch viele offene Fragen. Fragen, die auch in dieser übergangslosen Fortsetzung nach dem Drehbuch von Stefan Dähnert nicht beantwortet werden. Zu Anfang in Zeitlupe, kurze Zeit später im Zeitraffer lässt LKA-Hauptkommissarin Lindholm alias Maria Furtwängler der Fall keine Ruhe. Ebenso wie ihrem junger Lover Jan (Benjamin Sadler), der als Sensationsreporter in den verdächtigen gehobenen Schichten von Hannover recherchiert. Oft überlagert das private Techtelmechtel der Ermittlerin den hochbrisanten Fall von Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung. Dass eine zusätzliche Ermittlerin (schön frech: Alessija Lause) benötigt wird, um die Hauptkommissarin wieder in die Spur zu bringen, ist eher ein Armutszeugnis für diese. Und wenn Lindholm nach Suspendierung in Weissrussland weilt, wo sie - ach was für ein Zufall - von ihrem Freund aus einer Todesfalle befreit wird und anschließend anderes zu tun hat, als über ihre Beziehung zu plaudern, ist das nicht nur reichlich konstruiert und unglaubwürdig, sondern plump. Aus der Geschichte hätte man deutlich mehr herausholen können.