Ulrike Kriener

Ulrike Kriener
Geboren: 24.12.1954 in Bottrop, Deutschland
Sternzeichen: Steinbock

Die Wahlmünchnerin gehört inzwischen zu den herausragenden und meist beschäftigten Charakter-Darstellerinnen Deutschlands. Als die Frau zwischen Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht in Doris Dörries "Männer" (1985) wurde die seinerzeit 31-jährige Bühnenschauspielerin auf einen Schlag bekannt. In den folgenden 15 Jahren bringt es die späte Mutter - 1995 kam Söhnchen Paul zur Welt - auf mehr als 90 TV- und Kinorollen, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Frauen mit Tiefgang sind ihr Fach. Die kritisch-selbstbewusste Schauspielerin überzeugt als Frau mit Verstand (Rechtsanwältin "Lisa Falk", Serie) und verkörpert besonders eindringlich desillusionierte oder Problem behaftete Typen, etwa wie die Figur der verwitweten Roberta Altendorfer in der 1999-TV-Produktion "Einer geht noch". Kriener gibt eine alleinerziehende Lehrerin, die ihrer Tochter stets verschwiegen hat, was für ein Hallodri der Ehemann und Vater war. In Bernd Schadewalds mehrfach preigekröntem TV-Film "Der Hammermörder" (1990) erregt Ulrike Kriener Aufsehen als die Ehefrau des Täters, die quälend langsam Stück für Stück die Wahrheit über ihren Mann erkennen muss, einen vordergründig fürsorglichen Familienvater. Ihre Leistung wird mit einem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet.

Als interessierten, abenteuerlustigen Teenager mit "Hummeln im Hintern" hat sich die Schauspielerin im rückschauenden Interview beschrieben. Mit 17 entflieht sie dem bürgerlichen Elternhaus, um beim Freund ihren eigenen Weg zu suchen, kriegt sich aber wieder ein und damit die Kurve am Gymnasium in Hamburg. Es folgt von 1976 bis 1979 der Besuch der Hamburger Schauspielschule, an die sich bis 1983 sogleich ein festes Engagement am Stadttheater Moers und Gastverträge in Freiburg und München sowie Auftritte in einer eigenen Theatergruppe anschließen. Schließlich rufen Film und Fernsehen, nachdrücklich in Person von Doris Dörrie und später Bernd Schadewald.

Die "Männer"-Regisseurin verhilft Ulrike Kriener auch zu Rollen in ihren Filmen "Im Inneren des Wals" (1985), "Paradies" (1986, als Prostituierte), "Geld" (1989, als Kosmetikberaterin) oder "Schlaraffenland" (1998, als Mutter einer der konsumsüchtigen Kids) und "Erleuchtung garantiert" (1999). Zum Beginn ihrer Filmkarriere ist sie an der Seites des Träumers Bernd Klinger (Martin May) in "Der Flieger" (1986) zu sehen. Eine ihrer vielen Mutter-Rollen hat sie 1988 in dem Computer-Klaumauk "Bodo - Eine ganz normale Familie". Sönke Wortmann verplichtet sie für eine Nebenrolle in seinem Debüt "Eine Wahnsinnsehe".

In Bernd Schadewald Sozialdrama "Verurteilt Anna Leschek" (1991) kommt sie erneut zu einer großen Hauptrolle als Alleinerziehende in Geldnöten, die zusammen mit ihrer Tochter einen Bankraub begeht. Besondere Erwähnung verdient ihre Rolle als Berliner Sozialarbeiterin Irene Weber auf einem Horrotrip zusammen mit ihrer Tochter in "Reise in die Nacht" (1998). Kriener wurde für den TV-Thriller mit einem Telestar als beste Schauspielerin (in einem TV-Film) ausgezeichnet. Krieners besondere Gabe, den Zuschauer innere Dramatik hinter der eher unauffälligen Alltagsfassade spüren zu lassen, machte sie schnell zu gefragten Krimi-Darstellerin. Von "Der Alte" und "Der Fahnder" über "Eurocops" und diverse "Tatort"-Krimis hat diese Spitzendarstellerin für die bekannten Reihen vor der Kamera gestanden, 1998 ist sie in vier Fällen der Krimiserie "Lisa Falk - Eine Frau für alle Fälle" die Titel gebende Anwältin.

Und seit 2002 kann man Ulrike Kriener in als Kommissarin Lucas, die in Regensburg ermittelt, in zahlreichen Folgen der gleichnamigen Krimireihe bewundern. Die einzelnen Folgen: "Kommissarin Lucas - Die blaue Blume", "Kommissarin Lucas - Vergangene Sünden", "Kommissarin Lucas - Vertrauen bis zuletzt" (beide 2004), "Kommissarin Lucas - Das Verhör" (2005), "Kommissarin Lucas - German Angst", "Kommissarin Lucas - Skizze einer Toten", "Kommissarin Lucas - Das Totenschiff" (beide 2006), "Kommissarin Lucas - Wut im Bauch", "Kommissarin Lucas - Der Schwarze Mann" (alle 2008), "Kommissarin Lucas - Vergessen und Vergeben", "Kommissarin Lucas - Aus der Bahn" (beide 2009), "Kommissarin Lucas - Spurlos", "Kommissarin Lucas - Wenn alles zerbricht" (beide 2010), "Kommissarin Lucas - Am Ende muss Glück sein", "Kommissarin Lucas - Gierig" (beide 2011), "Kommissarin Lucas - Bombenstimmung" (2012), "Kommissarin Lucas - Lovergirl", "Kommissarin Lucas - Bittere Pillen" (beide 2013).

Weitere Filme mit Urike Kriener: "Schnitzeljagd" (1982), "Deutschland-Tournee" (1984), "Schuldig", " Tatort - Herzversagen" (beide 1989), "Das Mauritius-Los", "Sommertage" (beide 1990), "C'est la vie", "Herr Ober!" (beide 1991), "Justiz" (1993), "Maus und Katz" (1994), "Rosamunde Pilcher - Wechselspiel der Liebe", "Tote sterben niemals aus" (beide 1995), "Der Neffe", "Zwei Brüder - Die Quirini-Affäre" (beide 1996), "Der Pirat", "Tatort - Bienzle und der tiefe Sturz", "Für immer und immer" (alle 1997), "Auch Männer brauchen Liebe", "Wenn man sich traut", "Das elfte Gebot", "Ein großes Ding" (alle 1998), "Auf schmalem Grat" (1999), "Liebst du mich", "Altweibersommer", "Schwindelnde Höhe" (alle 2000), "Tatort - Alibi für Amelie", "Männer häppchenweise", "Am Ende des Tunnels", "Mord im Haus des Herrn", "Und tschüss, ihr Lieben" (alle 2002), "Die Klasse von '99" (2003), "Die Konferenz", "Tatort - Verraten und verkauft", (beide 2004), "Der Fischer und seine Frau", "Nicht ohne meinen Schwiegervater", (alle 2005), "Elementarteilchen" (2006), "Stellungswechsel" (2007), "Die Gustloff" (2008), "Butter bei die Fische" (2009), "Schimanski - Schuld und Sühne", "Die Dienstagsfrauen", "Die Löwin" (alle 2011), "Schneewittchen muss sterben", "Nägel mit Köppen" (beide 2012).

Foto: ZDF


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