Uwe Ochsenknecht

Stand schon im Alter von zehn Jahren auf der Bühne: Uwe Ochsenknecht. Vergrößern
Stand schon im Alter von zehn Jahren auf der Bühne: Uwe Ochsenknecht.
Fotoquelle: LaCameraChiara/shutterstock.com
Uwe Ochsenknecht
Geboren: 07.01.1956 in Biblis, Deutschland
Sternzeichen: Steinbock

Ochsenknecht, das riecht nach Schweiß und Arbeit. Tatsächlich strahlt dieser Mann selbst im historischen Dress als "Bismarck" (1989) oder als steifer Prinz von Baden in "Kaspar Hauser" (1992) eine enorme Präsenz aus, als wenn ihm der Stehkragen zu eng sitzt. Irgendwie scheint dieser Typ immer unter Dampf zu stehen, der ein Ventil braucht. 1992 fand er es als Rocksänger, der seine erste LP veröffentlichte, musikalisch eher zweitklassig, aber kraftvoll. Drei weitere Alben sollten bis 2001 folgen.

"Uwe ist allein von seinem Äußeren eine ganz ungewöhnliche Erscheinung", sagt Regisseur Helmut Dietl ("Schtonk", 1991) über ihn. "Er hat einen internationalen Kopf, der Mann. Ich glaube, er wird eine Weltkarriere machen. In Deutschland ist es allerdings schwer für Uwe, weil seine spezifische Begabung hier selten gefordert wird."

Schon im Alter von zehn Jahren steht Uwe Ochsenknecht auf der Bühne: im Chor der Mannheimer Oper. Mit 15 fliegt er vom Gymnasium, mit 17 holt er seinen Hauptschulabschluss auf der Abendschule nach. Von 1973 bis 1976 besucht er die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Nach Abschluss der Ausbildung spielt er von 1972 bis 1987 auf den Brettern, die die Welt bedeuten, u.a. hat er Engagements am Nationaltheater Mannheim ("König Edward der Dritte"), Schauspielhaus Bochum ("Der Untertan"), Schauspielhaus Wuppertal ("Romeo und Julia") oder Schauspielhaus Hamburg ("Gertrud"). 1977 lässt sich Ochsenknecht in München nieder.

Mit der TV-Serie "Die Straße" (1978), Uli Edels TV-Zweiteiler "Das Ding" (1979), einer Rolle in Petersens "Das Boot" (1981) und mehreren TV-Krimis ("Tatort - Schönes Wochenende", "Derrick") kommt seine Karriere in Gang. Einem breiten Kinopublikum wird Ochsenknecht schließlich durch Doris Dörries Komödie "Männer" (1985) bekannt. Dafür gibt es 1986 den Bundesfilmpreis (Filmband in Gold), nachdem er für "Vergesst Mozart" (1985) bereits mit dem Darstellerpreis des Verbandes der Deutschen Film- und TV-Regisseure ausgezeichnet wurde.

Foto: ZDF/Stephan Persch Regisseurin Doris Dörrie holt den Preisträger 1989 erneut als braven Familienvater in der Komödie "Geld". Ochsenknecht braucht eigentlich nicht viel zu tun, um komisch zu wirken. Man steckt den Klotz in einen feinen Anzug, zerzaust das spärliche Haar und lässt ihn mürrisch-ungläubig dreinschauen - ha ha! Nach der durchaus ernsten Rolle des "Eisernen Kanzlers" in Tom Toelles Dreiteiler "Bismarck" glänzte er als schmieriger Hitler-Tagebuch-Fälscher Fritz Knobel glänzt er an der Seite von Götz George in Helmut Dietls Satire "Schtonk". Neben seiner Film- und TV-Arbeit (Krimiserien: "Die Straßen von Berlin", 1995/96 und "Die Gang", 1997) tritt Ochsenknecht auch immer wieder am Theater auf. So auch Münchener "Team-Theater", wo er in der Boulevard-Komödie "Butterbrot" spielt. Ochsenknecht ist 1989 auch in der Butterbrot zu sehen.

Außerdem spielte er in "Honigmond" (1996), "Der Unfisch" (1997), "Das Zauberbuch" (1997), "Weihnachtsfieber" (1997) und "Erst die Ehe, dann das Vergnügen" (1997/98). Über seine schauspielerischen Qualitäten lässt sich streiten. Über seine musikalischen auch. Unbestritten dürfte sein, dass Ochsenknecht zu den ruppigen Typen zählt, die das häufig so glatte Filmgeschäft braucht.

Weitere Filme mit Uwe Ochsenknecht: "Tatort - Der Mörder und der Prinz" (1992), Hermine Huntgeburths "Und alles wegen Mama" mit Eva Mattes, "Auch Männer brauchen Liebe" mit Dominic Raacke und Sophie von Kessel, "Operation Noah" mit Jörg Schüttauf, "Weekend mit Leiche" mit Anica Dobra, "Tödliches Alibi", "Und alles wegen Mama" (alle 1998) mit Eva Mattes, erneut mit Anica Dobra in Doris Dörries "Erleuchtung garantiert", "Bodyguard - Dein Leben in meiner Hand", "Fußball ist unser Leben", "Schrott - Die Atzenposse" (alle 1999), an der Seite von Dieter Pfaff in "Der tote Taucher im Wald", mit Barbara Rudnik in "Küss mich, Tiger!", neben William Hurt in der Frank-Herbert-Neuverfilmung "Dune - Der Wüstenplanet" (alle 2000) sowie in Hark Bohms TV-Drama "Vera Brühne", "Stern der Liebe", "Die Kreuzritter", "Mein Vater und andere Betrüger" (alle 2001), "Harte Brötchen" (2002), "Nachtschicht - Amok!", "Die wilden Kerle", "Luther" (alle 2003), "Der Bulle von Tölz - Der Tölzi", "Vom Suchen und Finden der Liebe","Für immer und jetzt" (alle 2004), "Die wilden Kerle 2", "Die Bluthochzeit" (beide 2005), "Elementarteilchen", "Die wilden Kerle 3", "Tollpension", "Der beste Lehrer der Welt" (alle 2006), "Kein Geld der Welt", "Giganten - Beethoven - Genie am Abgrund", "Giganten - Humboldt – Ruf der grünen Hölle", "Liebe nach Rezept", "Angsthasen", "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" (alle 2007), "Sommer", "Lauf um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman", "Mein Schüler, seine Mutter & ich, "Der Brief für den König", "Lippels Traum" (alle 2008), "Ein Date fürs Leben", "Schade um das schöne Geld", "Zweiohrküken", "Zeiten ändern dich", "Böses Erwachen", "Der Bulle und das Landei - Tödliches Heimweh" (alle 2009), "Gier", "Amigo - Bei Ankunft Tod" (beide 2010), "Der Bulle und das Landei - Babyblues", "Das große Comeback", "Schief gewickelt", "Mein Vater, seine Freunde und das ganz schnelle Geld" (alle 2011), "Überleben an der Wickelfront", "Und weg bist Du", "Kleine Morde", "Geisterfahrer", "Ein vorbildliches Ehepaar", "Ludwig II." (alle 2012), "Der Vollgasmann", "Das kleine Gespenst" (beide 2013).


Alle Filme mit Uwe Ochsenknecht
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