Uwe Ochsenknecht kämpft sich in einer zweiteiligen Komödie in der ARD als Müllmann durch den Großstadtdschungel, ohne dabei seinen Humor zu verlieren. In prisma spricht er über die fehlende Wertschätzung für die, die unseren Müll entsorgen, und seine Liebe zur Musik.

Warum sollte man sich "Die Drei von der Müllabfuhr" nicht entgehen lassen?

Die Komödie gibt einen Einblick in die Welt der Menschen, die unseren Dreck wegmachen. Deren Arbeit wird immer noch zu wenig wertgeschätzt. Ich hatte schon immer Respekt vor denjenigen, die meinen Müll entsorgen. Wir waren bei den Dreharbeiten um fünf Uhr in der Früh bei der Berliner Stadtreinigung mit in der Kantine, sind um sechs Uhr vom Hof gefahren. Alle, die ich während der Dreharbeiten kennengelernt habe, waren furchtbar nett und witzig und mit ihrem Job ganz zufrieden. Es menschelt bei ihnen und das transportieren wir auch bei den "Dreien von der Müllabfuhr".

"Uwe Ochsenknecht wird Müllmann" – eigentlich eine Top-Schlagzeile für den Boulevard!

Dann nehmen Sie die Schlagzeile doch. Das hätte zumindest den Effekt, dass das Interesse am Thema Müllentsorgung geweckt würde.

Die Bilder vom Plastikmüll in den Weltmeeren rütteln viele Menschen auf. Wie sieht Ihr persönliches Engagement in Sachen Umweltschutz aus?

Was ich in meinem persönlichen Lebensbereich tun kann, um die Umwelt zu entlasten, das tue ich natürlich. Das fängt mit Mülltrennen an. So wenig Plastik wie möglich verwenden, nichts achtlos wegwerfen. Aber der Mensch geht leider unachtsam mit der Natur um, denkt nicht über sein Handeln nach und zerstört diesen wunderschönen Planeten. Und es muss vor allem auch etwas auf der weltpolitischen Ebene passieren, um diese Plastikschwemme gar nicht erst entstehen zu lassen. Und zwar sehr schnell. Mülltrennen alleine reicht da eben bei Weitem nicht aus.

Gibt es nach vier Jahrzehnten als Schauspieler noch Stoffe, die Sie besonders reizen könnten?

Ich bin ein ausgesprochener Fan von Fantasy und mystischen Filmen. Davon gibt es im deutschen TV leider viel zu wenig.

Und Uwe Ochsenknecht als Regisseur hinter der Kamera – vorstellbar?

Das will ich schon sehr lange. Aber das ist ein langer Prozess und eben sehr zeitaufwendig von der Idee einer Geschichte, bis dass sie dann im Kino zu sehen ist. Aber ich bin dran.

Und wenn Sie noch mal ganz von vorne anfangen könnten?

Dann würde ich sicher wieder Schauspieler werden.

Nicht Musiker?

Ein aufwendiges Unternehmen, das viel Zeit erfordert. Ich habe ja insgesamt fünf CDs produziert. Das Schöne an Live-Konzerten ist die spontane Reaktion des Publikums: live und direkt. Das mag ich sehr. Auf Mallorca habe ich mit drei Teilhabern ein ehemaliges Kultlokal in Santanyi als Musikbar und Restaurant wiedereröffnet. Es gibt feines Essen und zweimal die Woche Livebands. Ich habe mir hier eine Band zusammengestellt und wenn es meine Zeit erlaubt, spielen wir auf. Das tut dem Musiker in mir natürlich sehr gut.