Mit einem neuen Film soll eine neue Generation für die "Power Rangers" begeistert werden. Ob das gelingt?

Gefühlt gehören sie zu den 90er-Jahren wie Eurodance, Diddl-Mäuse und Tattoo-Kettchen. Doch während diese Trends zumindest zwischenzeitlich in der Versenkung verschwanden, waren die "Power Rangers" nie wirklich weg: Immer wieder erfand sich die Serie um die jugendlichen Weltenretter neu, sie geht in Kürze unter dem Titel "Power Rangers Beast Morphers" in die 26. Staffel. Vor zwei Jahren wurde die Reihe erneut fürs Kino unter dem schlichten Titel "Power Rangers" adaptiert. Auf ProSieben feiert das Film-Reboot von 2017 nun seine Free-TV-Premiere.

Dass die Power Rangers ein Phänomen der 90er sind, wird im Film sogleich widerlegt – allerdings auf etwas andere Weise: Schon als die Dinosaurier über die Erde stapften, verteidigten außerirdische Rangers den lebensspendenden Zeo-Kristall im Inneren des Planeten gegen die mächtige Hexe Rita Repulsa (Elizabeth Banks, "Die Tribute von Panem"-Reihe). Die gehörte einst selbst der Heldentruppe an, bis ihr Machthunger sie zum personifizierten Bösen machte. Nun, 65 Millionen Jahre später, konnte sich die Weltraumhexe aus dem nassen Grab befreien, in das sie einst vom sterbenden roten Ranger Zordon (Bryan Cranston, "Breaking Bad") verbannt wurde.

Die Aufgabe, die Welt vor dieser tödlichen Bedrohung zu schützen, fällt fünf Teenagern zu: Ex-High-School-Football-Star Jason (Dacre Montgomery), der ehemaligen Cheerleaderin Kimberly (Naomi Scott, Disneys neue Prinzessin Jasmin im "Aladdin"-Remake von 2019), Technikfreak Billy (RJ Cyler), Draufgänger Zack (Ludi Lin) und der ewigen "Neuen" Trini (Becky G). Kids, die ganz zufällig gemeinsam in das uralte Power-Rangers-Raumschiff hineinstolperten, das tief unter ihrer Kleinstadt verborgen liegt. Elf Tage bleiben ihnen, um eine kampfbereite Einheit zu werden, die es mit Rita Repulsa, ihrer steinernen Armee und dem riesigen Dämon Goldar aufnehmen kann.

Regisseur Dean Israelite ("Project Almanac") gelingt es nicht, den richtigen Ton für seine 105-Millionen-Dollar-Produktion zu finden. Zwar bemüht man sich, mit diversen Anspielungen auch die zu erreichen, die 1995 ihre Samstagvormittage mit den Spandexanzug-Trägern verbrachten. Doch insgesamt richtet sich der Film klar an eine neue "Power Rangers"-Generation, deren Sinn für Humor die Macher nicht richtig einzuschätzen wissen. So entschied man sich für einen Mittelweg, der nie so richtig ernst und nie so richtig witzig ist, und vertraut darauf, dass das Zielpublikum nicht die Augen verdreht, wenn die Helden in Zeitlupe zu pathetisch anschwellendem Soundtrack in den Kampf ziehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst