Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn scheint es für "Bohemian Rhapsody"-Regisseur Bryan Singer nun doch Konsequenzen zu geben: Das Remake des Klassikers "Red Sonja" wird wohl ohne ihn gedreht.

Fast wirkte es so, als sei Bryan Singer nach dem großen Oscar-Wurf von "Bohemian Rhapsody" unantastbar. Auf schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur, geäußert unter anderem Januar im Magazin "Atlantic", folgten zunächst kaum Konsequenzen – nach MeToo eigentlich undenkbar. Das ändert sich nun: Wie das Portal "Hollywood Reporter" berichtete, soll Singer seinen Regieposten beim Remake des 80er-Jahre-Actionfilms "Red Sonja" verloren haben.

Man habe demnach keinen nationalen Verleiher für den Film finden können und Singer daraufhin gefeuert, hieß es. Zuvor war Singer noch verteidigt worden: "Die 800 Millionen Dollar, die 'Bohemian Rhapsody' eingespielt hat und die den Film zum erfolgreichsten Drama aller Zeiten gemacht haben", seien Beleg für seinen "bemerkenswerten Weitblick und Scharfsinn", hatte Avi Lerner von Millennium Films die Zusammenarbeit mit Singer bei "Red Sonja" begründet.

Nachdem er bislang von großen Studios wie Warner Bros. und 20th Century Fox Rückendeckung erhalten hatte und große Projekte wie "Superman Returns" oder "X-Men: Apocalypse" realisieren durfte, scheint Singer nun mit den Folgen der Vorwürfe gegen ihn konfrontiert. Unter anderem beschuldigt man ihn des Missbrauchs minderjähriger Jungen – Gerüchte, die zum Teil seit 20 Jahren kursieren. Bislang hatte der 53-Jährige jegliche Schuld abgestritten.

Im Dezember 2017 war Bryan Singer kurz vor der Fertigstellung von "Bohemian Rhapsody" gefeuert worden, nachdem man ihn wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung eines Minderjährigen verklagt hatte. Bis heute fiel in dem Prozess keine Entscheidung. Auch wenn Singer dennoch als alleiniger Regisseur des Freddy-Mercury-Biopics gilt, war er schon bei der diesjährigen Oscar-Verleihung nicht zugegen und wurde auch von den Preisträgern nicht erwähnt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst