Corinna Harfouch

Corinna Harfouch in "Was bleibt". Vergrößern
Corinna Harfouch in "Was bleibt".
Fotoquelle: SWR/23/5 Filmproduktion GmbH
Corinna Harfouch
Geboren: 16.10.1954 in Suhl, Deutschland
Sternzeichen: Waage

Eine herbe Schönheit, ein Gesicht, das sich einem sofort einprägt; der offene hellwache Blick lässt durchaus auch Skepsis gegenüber dem, was vorgeht, erkennen. Gleich zu Beginn der Karriere von Corinna Harfouch fällt die Vitalität auf, die sie den düsteren, vom Schicksal gezeichneten Frauenfiguren gibt und dennoch auch die Gewichte erkennen lässt, die auf ihnen lasten.

Das gilt auch für die Stimmung der Bühneninszenierungen und Filme, die sie mit ihrer Ausstrahlung beherrscht: das Leichte wird nie zur Bedeutungslosigkeit degradiert, das Lastende, Schwere bleibt nicht ohne Hoffnung. Ist sie in der DDR eine bedeutende Bühnen- und Kinodarstellerin, so wird sie nach der Wende zum Star des deutschen Kinos. Corinna Harfouch begann ihre Karriere 1978 mit einem Studium an der Berliner Schule für Schauspielkunst. Ihr erstes Engagement hatte sie 1981 im ehemaligen Karl-Marx-Stadt. 1983 gastierte sie in Heiner Müllers Inszenierung der Lady Macbeth an der Volksbühne und wechselte im selben Jahr zum Berliner Ensemble. Dort spielte sie unter anderem die Polly in der Dreigroschenoper und das Gretchen im Urfaust.

1984 wurde sie von Roland Gräf für die Kamera entdeckt: Unter seiner Regie spielte sie in den Kinofilmen "Das Haus am Fluss" und in "Fallada - letztes Kapitel" (1988). Bereits 1986 spielte Corinna Harfouch unter der Regie von Hark Bohm in "Der kleine Staatsanwalt", ebenso wie ein Jahr später in "Yasemin". 1988 entstand "Die Schauspielerin" (Regie: Siegfried Kühn), für den sie beim Filmfest in Karlovy Vary (Tschechoslowakei) den Preis als beste Darstellerin, den Kunstpreis des FDGB sowie den Kritikerpreis "Die große Klappe" bekam, den sie auch für ihren nächsten Film "Treffen in Travers" (Regie: Michael Gwisdek, 1989) gewann. Ein Preis beim letzten Spielfilmfestival der DDR und eine Felix-Nominierung für die Rolle in Michael Gwisdeks erster Regiearbeit folgten.

1990 bekam sie im Theater den Kritikerpreis für ihre Rolle in Horst Sagerts Inszenierung von Mussets "Man spielt nicht mit der Liebe". 1997 wurde sie für den General Harras in "Des Teufels General" in der Inszenierung von Frank Castorf mit dem Gudrun-Eysold-Ring und als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Außerdem sorgte sie als "Eva, Hitlers Geliebte" (Regie: Stephan Suschke, Berliner Ensemble) und "Tochter der Luft" (Regie: Frank Castorf, Burgtheater Wien) im Theater für Furore.

Nach der ersten Hauptrolle im kommerziellen Kino, in Joseph Vilsmaiers "Charlie & Louise", (1993) macht sie als Hauptdarstellerin in Margarethe von Trottas Ost-West-Film "Das Versprechen" (1994) von sich reden. Sie ist von dem hoffnungsvollen Buch angetan, doch das Ergebnis hält sie für platt und misslungen: "Ich schaffe es einfach nicht, das hinterher zu verteidigen. Deswegen kriege ich schnell Schwierigkeiten mit Kollegen." Viel Lob erhielt Corinna Harfouch für ihre Rolle einer Ermittlerin in der sechsteiligen Krimireihe "Blond: Eva Blond!", die sie von 2002-2006 verkörperte. Die einzelnen Fälle: "Blond: Eva Blond! - Das Urteil spricht der Mörder", "Das Buch der Beleidigungen" (beide 2002), "Wie das Leben so spielt", "Der Zwerg im Schließfach" (beide 2004), "Epsteins Erbe", "Blond: Eva Blond! - Der sechste Sinn" (beide 2006).

Daneben war Corinna Harfouch in zahlreichen weiteren Filmen zu sehen, so etwa in "Kommissar Beck: Stockholm Marathon" (1993), in "Fünf Stunden Angst - Geiselnahme im Kindergarten" (1995), neben Helmut Berger in Sven Severins "Verdammt, er liebt mich" (1995), mit Katharina und Anna Thalbach in "Gefährliche Freundin", an der Seite von Jürgen Vogel in Matthias Glasners "Komm zurück, sexy Sadie", neben Til Schweiger in Thomas Jahns Kino-Hit "Knockin' On Heaven's Door", in Sherry Hormanns "Irren ist männlich" (alle 1996), an der Seite von Götz George in Nico Hoffmanns "Solo für Klarinette" (1998), wieder mit Jürgen Vogel in "Das Mambospiel" (1997), mit Nina Petri in "Bis zum Horizont und weiter" (1998), in Bernd Eichingers Kino-Regiedebüt "Der große Bagarozy" (1998), mit Richy Müller in "Stunde des Wolfs" (1999), an der Seite von Moritz Bleibtreu in "Fandango - Members Only" (2000), in der Til-Schweiger-Produktion "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" (2000), Hark Bohms TV-Drama "Vera Brühne", "Verrückt nach Paris" "Das Monstrum" (alle 2001), "Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis" (beide 2002).

Weitere Filme mit Corinna Harfouch: "Pestalozzis Berg" (1989), "Der Tangospieler", "Zwischen Pankow und Zehlendorf" (beide 1990), "Die Spur des Bernsteinzimmers" (1991), "Inge, April und Mai", "Thea und Nat" (beide 1992), "Goldstaub", "Tatort - Verbranntes Spiel" (beide 1993), "Ärzte", "Wer anhält stirbt" (beide 1995), "Das Tor des Feuers", "Geisterstunde - Fahrstuhl ins Jenseits", "Weiß wie Schnee - Rot wie Blut" (alle 1996), "Der Ausbruch" (1997), "Grüne Wüste" (1999), "Doppelter Einsatz Berlin - Wehe dem, der liebt" (2000), "Tatort - Gewaltfieber" (2001) und "Bibi Blocksberg" (2002), "Die fremde Frau" (2003), "Der Untergang", "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen", "Basta. Rotwein oder Totsein" (alle 2004), "Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern", "Rose", "Wut", "Silberhochzeit" (alle 2005), "Elementarteilchen", "Helen, Fred und Ted", "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders", "Tatort - Pauline", "Frei nach Plan" (alle 2006), "An die Grenze", "Teufelsbraten", "Meine Mutter, mein Bruder und ich!", "Freigesprochen", "Das Duo - Verkauft und verraten" (alle 2007), "Berlin Calling", "Hand in Hand", "Im Winter ein Jahr" (alle 2008), "Whisky mit Wodka", "Tatort - Vermisst", "Ein Dorf sieht Mord", "This is Love", "Giulias Verschwinden" (alle 2009), "Tod einer Schülerin", "Tatort - Schön ist anders" (beide 2010), "Auf der Suche", "Kein Sex ist auch keine Lösung", "Die Unsichtbare", "Schmidt & Schwarz", "Puppe" (alle 2011), "Tatort - Die Ballade von Cenk und Valerie", "Was bleibt", "Drei Zimmer, Küche, Bad" (beide 2012), "Finsterworld" (2013).


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