Juliane Köhler

Lesbische Liebe im Dritten Reich: Maria Schrader 
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Lesbische Liebe im Dritten Reich: Maria Schrader (l.) und Juliane Köhler
Juliane Köhler
Geboren: 06.08.1965 in Göttingen, Deutschland

Ihre Star-Karriere beginnt mit einem Eklat: Juliane Köhler soll unter der Regie von Anselm Weber, der mit ihr bereits Arthur Schnitzlers "Fräulein Else" inszeniert hat, im Juni 1997 mit den Proben zum "Käthchen von Heilbronn" beginnen. Doch die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film verschieben sich, so sieht der Leiter des Münchner Residenztheaters Eberhard Witt keine andere Chance, die Schauspielerin, die mit den Stücken "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keusch und "Fräulein Else" von der Kritik gefeiert wurde, zu entlassen.

"Ein Kobold, ein Gespensterchen, ein zappliger Irrwisch - aber mit Nylonbeinen: eine oxydgebleichte Salontussi im Glitzermieder, wohlgefüllt mit apfelrundem Weiberfleisch, gemacht, die Männer zu kirren. Aber dann zischt und knurrt und faucht ihr Mundwerk, das aufklappend vorstösst, männliche Jammerlappigkeit kaltweg nieder. Das bebt und lodert und ballt die Fäustchen und schraubt sich in den Hass mit flatternder Bauchdecke, immer auf dem Sprung, - ja wohin? Aus sich heraus. Exaltation." So beschreibt Michael Skasa die hochbegabte Schauspielerin.

Im Oktober 1993 beginnt Juliane Köhler als wildes Mädchen in Marivaux' "Streit" am Cuvelliéstheater zu poltern und zu springen, um ein paar Inszenierungen weiter in Racines "Andromache" das böse, hassende Raubtier Hermione zu sein. 180 Grad Drehung - sie ist ein Wunder an Verwandlungskunst. Sie spielt in "Das kunstseidene Mädchen" die Rolle, die im Kino Giulietta Masina verkörperte. Und sie ist auch das böse Gruseltöchterchen in Thomas Jonigks "Rottweiler" - so weit sie voneinander entfernt sind, diese beiden Rollen, die Verwandtschaft zum hölzernen Bengele Pinocchio verbindet sie.

Juliane Köhler spielt in Maxim Gorkis "Mutter" und macht sich langsam aber sicher im Fernsehen einen Namen. Da fällt sie bereits 1995 in Klaus Emmerichs "Inzest - ein Fall für Sina Teufel" auf. Erste Kinoerfahrungen macht sie schließlich bei Max Färberböck, der über die Kinopromotion über die Bühnendramaturgie sehr rasch zum angesehenen Fernsehregisseur aufgestiegen ist. Er glaubt an sie und gibt ihr die Rolle der Lilly Wust in "Aimée & Jaguar", die als Hausfrau und Mutter, Träger des Mutterkeuzes, natürlich Ehefrau eines Parteigenossen in der NSDAP zur Geliebten der Jüdin Felice Schragenheim wird.

Die "absolute Anfängerin" (O-Ton Juliane Köhler) fasziniert die Kollegen, den Regisseur, die Mitarbeiter. Sie ist in ihren Rollen Flittchen und Heilige, und immer wieder verblüfft sie mit neuen Seiten. Juliane Köhler ist eines der hoffnungsvollsten neuen Gesichter unter den jungen deutschen Schauspielern. 1998 erhielt sie zusammen mit Maria Schrader einen Silbernen Bären für ihre Leistung in "Aimée und Jaguar".

Die Tochter eines Göttinger Marionettenspielers erfuhr ihre Ausbildung am H. B. Studio in New York und besuchte von 1985 bis 1988 die Meisterklasse der Schauspiellehrerin Uta Hagen, die wie sie aus Göttingen stammt. 1988/89 nahm sie in München bei Daniela Glück Tanz- und Ballettunterricht. Am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover debütierte sie mit 23 Jahren in Klaus Emmerichs "Clavigio", spielte bei ihm auch in Bertolt Brechts "Baal" und unter der Regie von Thomas Reichert in Schnitzlers "Das weite Land".

Weitere Filme mit Juliane Köhler: "24 Crying Beauties" (1988), "Milan" (1989), "Süddeutsche Freiheit" (1993, alle von Hans Lang), "Schattenboxer" (1993) von Lars Becker, "Busenfreunde 2 - Alles wird gut", "Koma - Lebendig begraben" (beide 1997) von Uwe Janson, "Pünktchen und Anton" (1998) und "Nirgendwo in Afrika" (2001), beide von Caroline Link, "Bella Block: Abschied im Licht", "Hood" (beide 1999), "Liebst du mich", "Weiser" (beide 2000), "Tatort - Zielscheibe" (2001), "NeuFundLand", "Mein erstes Wunder" (2002), "In Sachen Kaminski" und "Der Untergang" (beide 2004), "Nimm dir dein Leben" (2005), "Auf ewig und einen Tag", "Das wahre Leben" (beide 2006), "Mondkalb" (2007), "Polizeiruf 110 - Kellers Kind", "Anonyma - Eine Frau in Berlin", "Novemberkind", "Effi Briest", "Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected", "Tatort - Mit ruhiger Hand" (alle 2008), "Bella Vita", "Ein ruhiges Leben" (beide 2010), "Das Blaue vom Himmel", "Tatort - Altes Eisen" (beide 2011), "Die Chefin" (Serie) "Alexander Granach - Da geht ein Mensch", "Zwei Leben" (alle 2012), "Alles inklusive" (2014).

Foto: Senator

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