1951, irgendwo zwischen Düsseldorf und Köln: Die kleine Hildegard ist ein Teufelsbraten - zumindest behauptet das ihre Familie, ein ungelernter Fabrikarbeiter als Vater, eine Putzfrau als Mutter und eine streng katholische Großmutter. Nur der liebe, aber kranke Großvater versteht das Mädchen und erkennt ihr Talent. Hildegard ist aufgeweckt und begabt. Die Fünfjährige will unbedingt lesen und schreiben lernen. Aber ihre Fantasie und ihr Wissensdurst sind der armen und ungebildeten Arbeiterfamilie unheimlich. Obwohl ihre Liebe zur Literatur und zur Schönheit der Worte ihren engstirnigen Vater zur Verzweiflung treibt, lässt die Heranwachsende nicht locker...

Regisseurin Hermine Huntgeburth inszenierte diesen faszinierenden Zweiteiler nach dem Drehbuch von Volker Einrauch ("Gangster"), das dieser nach dem vielfach preisgekrönten Erfolgsroman "Das verborgene Wort" der aus dem Sauerland stammenden Lyrikerin und Schriftstellerin Ulla Hahn verfasste. Mit entsprechendem Zeitkolorit der frühen Fünzigerjahre entstand ein gut besetztes und solide gespieltes Drama, in dem besonders Charlotte Steinhauer in der Rolle der jungen Hildegard überzeugt. Für Huntgeburth und Einrauch ist "Teufelsbraten" ein weiterer Schritt in ihrer langjährigen Zusammenarbeit, die 1995 mit "Ein falscher Schritt" begann. Danach folgten Werke wie die missratene Komödie "Das Trio" und die mehr oder weniger gelungenen Komödien "Und alles wegen Mama", "Das verflixte 17. Jahr" und "Väter - Denn sie wissen nicht, was sich tut". Regisseurin Huntgeburth, Drehbuchautor Volker Einrauch, die Darsteller Ulrich Noethen und Anna Fischer sowie Bettina Schmidt für Ausstattung und Szenenbild wurden 2009 jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Foto: WDR/Thomas Kost