TV-Ulker Harald Schmidt
Fotoquelle: ARD

Harald Schmidt

Lesermeinung
Geboren
18.08.1957 in Neu-Ulm, Deutschland
Alter
64 Jahre
Sternzeichen
Biografie

"Schmidt-Schnauze" nannte man einst Bundeskanzler Helmut Schmidt, inzwischen ist Schmidts Schnauze weitaus bekannter: Der Ex-Kabarettist und heutige TV-Ulker Harald Schmidt, der bis 2003 jeden Wochentag - mit guten oder auch weniger guten Scherzen - sein Late-Night-Stammpublikum erfreute.

Schon als Schüler im schwäbischen Nürtingen wusste Jung-Harald mit kleinen Kabarettnummern zu gefallen, bevor er ab 1978 die Schauspielschule Stuttgart besuchte. Danach: dreijähriges Theater-Engagement in Augsburg, ab 1984 Auftritte im Düsseldorfer "Kom(m)ödchen", wohin ihn Kay Lorentz geholt hatte - ein entscheidender Schritt für Schmidts Karriere. Besonders gern nahm er seinerzeit Otto Normalverbaucher aufs Korn, doch eine seiner erfolgreichsten Nummern war eine Parodie auf den Holländer Hermann van Veen. Preise aus Kleinkunstgremien fielen ihm schon damals zu, zum Beispiel "bester Nachwuchskabarettist". Wird ihn gefreut haben.

Noch während seiner Zeit beim "Kom(m)ödchen" ging Schmidt mit Soloprogrammen auf Tournee. 1988 dann der Einstieg ins Fernsehen: Er moderierte "MAZ ab!", zunächst nur in den Dritten, später in der ARD. Es folgte die Rateshow "Pssst..." und zusammen mit Herbert Feuerstein die Nonsens-Sendung "Schmidteinander". 1989 zog Schmidt nach Köln, verließ das "Kom(m)ödchen" und wurde 1992 zum Nachfolger von Kurt Felix, der bis dahin durch die Samstagabend-Show "Verstehen Sie Spaß?" geführt hatte. Schmidt war eine grotesk falsche Wahl für diese Sendung mit ihrem Heimatabend-Publikum.

Große Leute werden durch kleine Niederlagen noch größer, sogar Schmidt. Nachdem er einen ARD-Exklusiv-Vertrag erhalten hatte, drückte er die Ratesendung "Pssst" und "Schmidteinander" aus den Dritten ins ARD-Programm. Das waren natürlich intellektuell sehr bedeutsame Angelegenheiten, und man musste sich als Zuschauer schon sehr konzentrieren. Schon damals fiel auf, dass Schmidt, wenn er seinen Partner Feuerstein verbal vertrimmt hatte, ausgesprochen nett, ja unterwürfig zu seinen Studiogästen war -und waren dies auch die letzten Hansel. Es half alles nichts: Im März 1995 lief "Schmidteinander" aus, im August schließlich wurde "Pssst..." wegen mangelhafter Quote abgesetzt.

Schmidt vergeht nicht: Ende Februar 1995 gab SAT.1 bekannt, dass man Harald Schmidt und Thomas Gottschalk für Millionenbeträge engagiert habe. Schmidt verließ "Verstehen Sie Spaß?", sein Nachfolger - wenn auch nur für kurze Zeit - wurde Dieter Hallervorden. Am 5. Dezember 1995 schließlich startete Schmidt seinen "Late Night"-Talk, den er stark an amerikanische Top-Talker wie Jay Leno und David Letterman anlehnte. Da Schmidt die angestrebten Quoten nicht erfüllen konnte, spekulierte man schon nach kurzer Zeit, wie lange SAT.1 ihn halten würde.

Doch allen polnischen Protesten zum Trotz konnte er seine Witze-Show etablieren, allerdings um den Preis, dass er mehr und mehr in die Bambi-Klasse abrutschte. In letzter Zeit wurde Schmidt mit einem Spießerpreis nach dem anderen bedacht, und als ob's damit nicht genug wäre, befand ihn sogar die Ehrenwache des deutschen Langeweiler-Fernsehens, die Adolf-Grimme-Jury zu Marl a. d. Marlies, für preiswürdig.

Eine gute darstellerische Leistung als Programmdirektor eines Privatsenders bot er in Helmut Dietls "Late Show" (1998), auch wenn der Film insgesamt nur Klischees verbreitete. Seinen ersten Kinoauftritt hatte er freilich schon 1994 in einem katastrophalen Werk von und mit Jürgen von der Lippe: "Nich' mit Leo".

Anfang Dezmeber 2015 wurde bekannt, dass Schmidt im neuen Schwarzwald-"Tatort" des SWR eine regelmäßige Rolle als Polizeichef Gernot Schöllhammer spielt. Darin sind ihm Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner als Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg unterstellt.

Weitere Sendungen und Filme mit Harald Schmidt: "Vom Suchen und Finden der Liebe", "7 Zwerge - Männer allein im Wald" (beide 2004), "Harald Schmidt" (ARD-Talkshow, seit 2004), "Pssst..." (Neuauflage der Rateshow, 2007), "Zettl" (2012).

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