Helge Schneider

Lesermeinung
Geboren
30.08.1955 in Mülheim/ Ruhr, Deutschland
Alter
66 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Kennen Sie den: Bringen ein paar Kinder ihren kranken Hamster zu Dr. Hasenbein. Der trampelt auf dem Hamsterkarton herum, weil er den Kindern nicht glaubt. Der Hamster ist tot, die Kinder sind traurig. Das ist ein Witz aus Helge Schneiders Leinwand-Schabernak "Praxis Dr. Hasenbein". Wieder werden sich die einen totlachen, die anderen nur den Kopf schütteln. Aber die Komik, die werden sich beide Fraktionen nicht zu erklären wissen.

Stan und Ollie schmissen Torten - eine klare, handfeste Sache. Jerry Lewis schnitt Grimassen. Woody Allen nervt gekonnt mit Neurosen. Aber der Ruhrpott-Helge, was macht der? Er erzählt Witze, deren Pointe darin liegt, die Pointe zu vermasseln. Er erzählt Geschichten, die kein vernünftiges Ende finden. Er dreht Filme, jenseits von Gut und Böse, er besingt das "Katzenklo", verfasst literarische Werke ("Zieh Dich aus, Du alte Hippe", "Der Mörder mit der Strumpfhose") und spielt ein halbes Dutzend Instrumente - höchst gekonnt, wenn es die Situation verlangt.

Helge besitzt ein selten komisches Talent, eingefahrene Vorstellungen der Alltäglichkeit preiszugeben. Und wenn er erzählt, dass seine Töchter ihn nicht "Papa" nennen, sondern "Alter" und ihm die Hand entgegenstrecken, in die er Geld hineingeben muss, dann beschreibt er nichts anderes als den stinknormalen Alltag eines Vaters zweier pubertierender Töchter, der "16 Jahre lang vergessen hat, seine Lebensgefährtin zu heiraten". Am 13. Dezember 1996 hat er das dann nachgeholt - im braunen Cordanzug und schlechtgebundener Krawatte.

Mit fünf Jahren begann er Klavier zu lernen, mit 12 Jahren Cello. Mit 16 schmiss er die Schule, mit 17 seine Bauzeichnerlehre. Auch Landschaftsgärtner wird er nicht. Er treibt sich herum, trinkt, raucht, kifft, jobbt als Verkäufer, Straßenfeger, Fließbandarbeiter und Tierpfleger. 1972 besteht er die Sonderbegabtenprüfung und darf ein Studium am Duisburger Konservatorium aufnehmen. Doch auch das Studium bricht er ab. Er musiziert gegen Kost und Bares auf Hochzeiten und Betriebsfesten, gründet das "Helge-Schneider-Trio" und nimmt seine erste Platte auf. Ein kommerzielles Desaster, aber Helge konnte die Musik machen, die er wollte. Er hielt durch, tingelte seit 1974 durch die westfälische Provinz, begleitete Stummfilme auf dem Klavier und komponierte für den Regie-Wilden Christoph Schlingensief ("Die 120 Tage von Bottrop", 1997, "Menu total", 1985). 1982 erhält er den Förderpreis des Ruhrgebiets für Kunst und Wissenschaft.

Doch erst als er 1984 beginnt, seine Konzerte mit komischen Moderationen, kabarettistischen Einlagen und kleinen Albernheiten zu schmücken, finden seine Auftritte nicht weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Heute zieht Helge Schneider durch seine Popularität auch ein großes Publikum ins Kino ("Johnny Flash", "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem", "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter", "Praxis Dr. Hasenbein", "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm", "7 Zwerge - Männer allein im Wald", "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug"). Seine Lust aufs Primitive, auf Schweißfüße, Scheiße, Stinkesocken und die Albernheiten kommen an.

Von seiner ernsteren Seite zeigte sich Schneider allerdings in der Rolle des Adolf Hitler, die er in Dani Levys kontrovers diskutierter Komödie "Mein Führer" (2006) spielte. Nicht weiter erwähnenswert ist dagegen wieder "00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse" (2013)

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