Dirk Bach

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Comedian,Schauspieler, Entertainer: Dirk Bach
Fotoquelle: Featureflash/shutterstock.com
Dirk Bach
Geboren: 23.04.1961 in Köln, Deutschland
Gestorben: 01.10.2012 in Berlin, Deutschland

Er war klein, dick und einer der beliebtesten Comedians und Entertainer Deutschlands: Dirk Bach. Seine Liebe zum Theater entdeckte er schon sehr früh: Im Alter von 12 Jahren nahmen ihn seine Eltern mit zu Peter Zadeks Inszenierung von "Hamlet" mit Eva Matthes und Ulrich Wildgruber am Bochumer Schauspielhaus. Danach stand Dirks Traumberuf fest: Regisseur. Doch als er 1978 unter der Leitung des Kölner Intendanten Hans Günther Heyme sein Debüt als Schauspieler in Heiner Müllers "Prometheus" übernahm, überdachte Dirk seinen Berufswunsch und wollte fortan Schauspieler werden. Statt eine Schauspielschule zu besuchen lernte er sein Handwerk allerdings am Studententheater und bei vielen freien Bühnengruppen.

Seine erste große Rolle spielte Dirk Bach, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte, in Oscar Wildes "Salome". Mit dem Theater Passion ging er auf Tournee und gab Gastspiele in Amsterdam, Utrecht, Brüssel, Wien, London und New York. In der Off-Theater-Szene machte sich Dirk Bach bald einen Namen. Von 1984 bis 1986 stand er über 330 Mal in Walter Bockmayers "Geierwally" an der Seite von Ralph Morgenstern und Ulknudel Hella von Sinnen auf der Bühne im Theater in der Filmdose. Weitere Rollen als Mitglied des Kölner Schauspielhauses spielte er in Schillers "Räuber", in Shakespeares "Was ihr wollt" und in Sternheims "Bürger Schipppel". Erfolge feierte er mit dem Ein-Mann-Stück "Der Marquis schreibt einen unerhörten Brief" von Javier Tomeo und in "Klassentreffen" am Berliner Theater am Kurfürstendamm.

Parallel dazu spielte Dirk Bach auch in etlichen Filmen, unter anderem in "Im Himmel ist die Hölle los" (1983), in Hape Kerkelings "Kein Pardon" (1992), in Friedemann Fromms "Zum Sterben schön" (1997), in den unterirdischen "Crazy Race"-Filmen (Crazy Race, 2004, 2006) und in "Popp dich schlank" (2005). Bereits 1992 bekam Dirk mit der "Dirk Bach Show" seine erste TV-Sendung. Ein Jahr später zollte er mit "Lukas" dem Sitcom-Fieber Tribut - wie in der "Dirk Bach Show" war er nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Co-Produzent und Co-Autor für die Sendungen verantwortlich. 2001 bis 2003 spielte er darüber hinaus die Titelrolle der ZDF-Serie "Der kleine Mönch", später folgten die Sketch-Comedy "Hella und Dirk", die "Mania Shows" mit Barbara Schöneberger sowie die Shows "Frei Schnauze" und "Die Promi-Küche - Kochspaß mit Dirk Bach". Sowohl in Galas als auch in Show-Events wie "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" und "Die größten TV-Hits aller Zeiten" stellte er sein Multitalent als Moderator unter Beweis.

Für Kinder war Dirk Bach ebenfalls kein Unbekannter: Gastsauftritte in "Chili TV" und bei "Siebenstein" sowie seine Rolle als Pepe in der "Sesamstraße" stellen seine Spielfreude immer wieder unter Beweis. Darüber hinaus stand er als Synchronsprecher für die Zeichentrickserie "Oggy und die Kakerlaken" sowie für die Kinofilme "Das magische Schwert" (1998), "Der kleine Eisbär" (2001), "Der kleine Eisbär 2 - Die geheimnisvolle Insel" (2005), "Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße", "Urmel aus dem Eis" (beide 2006), "Oben" und "Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian" (beide 2009) am Mikrofon.

Nach einem langjährigen Exklusiv-Vertrag mit RTL und zwei gescheiterten Shows (Vox-Quizshow "Power of 10" und die RTL-"Die Sonja & Dirk Show") freute sich das Multitalent im April 2009 auf seine neue Show bei SAT.1. Mit "Einfach Bach" sollte er die Quote des Fun-Freitags wieder in die Höhe treiben. Doch er scheiterte kläglich, nur gerade einmal 600000 und 920000 Zuschauer wollten die beiden ersten Folgen sehen.

Auch als Sprecher von Hörbüchern hatte Dirk Bach eine gewaltige Fangemeinde: Neben "Frau Rettich, die Czerni und ich" von Simone Borowiak, "Seitensprünge" von Ben Elton und den "Urmel"-Klassikern von Max Kruse hatte er seit "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" sämtliche Hörbücher von Walter Moers gelesen. Als Sänger veröffentlichte Dirk unter anderem die CD "Egostar" und die "CD mit der Maus" im Duett mit Anne Haigis. Ausgezeichnet wurde er unter anderem 1993 mit der Barocken Sau vom Bodensee für sein Soloprogramm "Edgar", 1996, 1999 und 2001 mit dem Telestar, dem Deutschen Comedypreis und der Goldenen Kamera für "Lukas" und 2003 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik für sein Hörbuch "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär".

Vollkommen überraschend verstarb Bach am 1. Oktober 2012 im Alter von 51 Jahren in einem Hotel-Appartementhaus in Berlin-Lichterfelde. Die Berliner Staatsanwaltschaft teilte mit, dass er "wahrscheinlich an Herzversagen" gestorben sei. Ein eilig herbeigerufener Notarzt versuchte zwar noch, den Kölner zu reanimieren, doch alle Bemühungen seien umsonst gewesen, teilte Harald Lachnit, Sprecher des Schlosspark-Theaters in Berlin mit. Dort sollte Bach zwei Tage später in einer Voraufführung die Hauptrolle in "Der kleine König Dezember" spielen.

Weitere Filme und Sendungen mit Dirk Bach: "Kiez - Aufstieg und Fall eines Luden" (1982), "Im Jahr der Schildkröte" (1987), "Nich' mit Leo" (1995), "Verliebte Feinde" (1995), "Rendezvous des Todes" (1996), "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1997), "Der Mann, den sie nicht lieben durfte" (2000), "Bauernfrühstück - Der Film" (2011).


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