Der Millionen-Mann: Günther Jauch.
Fotoquelle: RTL / Stefan Gregorowius

Günther Jauch

Lesermeinung
Geboren
13.07.1956 in Münster, Deutschland
Alter
64 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Das spitzbübisch sympathisch-offene Gesicht, die angeblich nicht zu bändigenden Haarwirbel und sein schlacksiger Habitus täuschen darüber hinweg, dass Günther Jauch inzwischen weit über 50 Lenze zählt und auf eine langjährige Karriere als (Boulevard-)Journalist und TV-Moderator zurückblicken kann.

Die locker-unverbrauchte Art traf im Herbst 1988 im "Aktuellen Sportstudio" den Nerv der Zeit, und ähnlich wie sein Freund und Weggefährte Thomas Gottschalk avancierte Jauch zu einer der Galionsfiguren im deutschen Moderatoren-Geschäft.

Durchbruch 1987 auf der Internationalen Funkausstellung

Jauch begann nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule in München 1976 seine Laufbahn beim Bayerischen Rundfunk. Er war in den Redaktionen "Zeitfunk", B3 "Morgentelegramm" sowie als Moderator der BR-Nachrichtensendung "Rundschau" tätig. 1985 folgte die erste Zusammenarbeit mit Thomas Gottschalk für die "B3 Radioshow". Seinen Durchbruch feierte der lange Münsteraner 1987 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Er wurde Dozent an der Deutschen Journalistenschule. Am 29. Oktober 1988 übernahm er erstmalig für das ZDF die Moderation des "Aktuellen Sportstudios". Fürs Zweite moderierte er außerdem die ZDF-Show "Menschen".

Sein Wechsel zum Privatsender RTL, wo Jauch von 1990-2011 die Produktion und Moderation des wöchentlichen Magazins "stern TV" und seit 1994 zusätzlich die Moderation der Fußball-"Champions League" übernahm, löste in Mainz Bedauern aus. Das Zweite Deutsche Fernsehen setzte auf Köpfe, die den Sender eindeutig repräsentieren und verzichtete deshalb auf Jauch für das "Aktuelle Sportstudio". Beim Privatsender RTL schaffte Jauch indessen einen weiteren Karrieresprung. Der Moderator übernahm im Mai 1998 mit "Millionär gesucht! - Die SKL-Show" seine erste große Samstagabend-Show. Versüßt wurde der Job durch einen millionenschweren Werbevertrag mit der SKL.

Top-Quoten mit "Wer wird Millionär?"

Im September 1999 startete das Millionenspiel "Wer wird Millionär?", das mit zeitweise mehr als zwölf Millionen Zuschauern in Spitzenzeiten neue Maßstäbe setzte und auch heute noch für Top-Quoten gut ist. Parallel dazu lief die Sendung "Millionär gesucht! - Die SKL Show". Ebenfalls Quotenrenner waren die einmaligen Specials in 2001 und 2002 "IQ-Test" und "Die Grips-Show". Mit Übernahme der TV-Rechte an der Vierschanzentournee durch RTL moderierte Jauch 2000 die internationalen Wettkämpfe der Ski-Flieger.

Es folgten die RTL-Quiz-Formate "5 gegen Jauch" (2009) und "Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen alle" (2013), die einem ähnlichen Muster folgen und in der Jauch, bzw. Jauch und Gottschalk gegen verschiedene Kandidaten antreten. Moderiert werden die Sendungen von Oliver Pocher und Barbara Schöneberger.

Polit-Talk im Ersten

Nach seinem Rückzug von "stern TV" produziert und moderiert Jauch seit Mitte September 2011 zudem den Polit-Talk "Günther Jauch", der jeden Sonntagabend im Ersten zu sehen ist. Aufgrund seiner Tätigkeit bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalteten kündigte Jauch im Mai 2011 auch an, keine Werbeverträge mehr abschließen zu wollen.

Im Juni 2015 wurde bekannt, dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag mit Günther Jauch nicht verlängert wird. Der Sender hatte Jauch eine Verlängerung angeboten, dieser hatte jedoch aus "beruflichen und privaten Gründen" nicht angenommen.

Diverse Auszeichnungen

Für seine journalistischen Tätigkeiten erhielt Jauch diverse Auszeichnungen, etwa die Goldene Kamera, den Bayerischen Fernsehpreis, den Tele-Star, den Bambi, die Goldene Henne und den Goldenen Löwen sowie den Deutschen Fernsehpreis 2000 für seine Quizshow "Wer wird Millionär?". Ein Höhepunkt war die "Besondere Ehrung" beim Adolf Grimme Preis 2001 für sein "Lebenswerk".

Jauch war zudem auch in kleineren Filmrollen zu sehen. Unter anderem spielte er in "Man spricht deutsh" (1987) einen Nachrichtensprecher, 2004 war er in "Der Wixxer" als Talkmaster zu sehen und 2005 lieh er dem Zebra Stripes in "Im Rennstall ist das Zebra los!" seine Stimme.

Mit Frau und vier Kindern in Potsdam

Privat lebt Jauch, der seit 2010 das Weingut von Othegraven an der Saar betreibt, mit seiner Ehefrau Thea Sihler (Heirat 2006) in Potsdam. 1989 und 1993 wurden die gemeinsamen Kinder, Svenja und Kristin, geboren. Im Dezember 1997 adoptierte das Paar die damals 13 Monate alte Katja, ein Waisenkind aus Sibirien, im Mai 2000 die seinerzeit neun Monate alte Mascha, ebenfalls aus Sibirien.

Prisma sprach mit dem TV-Moderator (1999)

Günther Jauch ist die Allzweckwaffe im Showdown zwischen seriösem Journalismus und belangloser Wohnzimmerbelustigung. RTL konnte ihn wieder für ein neues Ratespiel verpflichten: In "Wer wird Millionär?"reicht den Kandidaten weder Kraft noch Glück, sie müssen schlau sein.

prisma: Herr Jauch, bei Robert Lembke konnte man 50 Mark gewinnen, bei Schautzers "Alles oder nichts" ging es um 10000 Mark. Heute werden Millionensummen verscherbelt. Wohin soll das noch gehen?
Günther Jauch: Wenn man die Inflationsraten addiert, kommt einiges zusammen. Und wenn Sie davon ausgehen, dass es bei Lembke um öffentlich-rechtliche Gebühren ging, heute aber um Werbegelder, dann ist das zeitgemäß. Aber mit einer Million ist jetzt auch eine Grenze erreicht. Steigerungen sind sehr schwierig.

prisma: Wer sponsert die Millionengewinne Ihrer neuen Sendung?
Jauch: Der Gewinn ist in das Budget eingerechnet. Wenn es für die Kandidaten gut läuft, können mehrere Millionen in einer Sendung abgeräumt werden. Aber es gibt ja gewisse Wahrscheinlichkeiten, auf die RTL hoffen kann. Außerdem ist die Möglichkeit da, dass man sich gegen einen Millionengewinn versichert.

prisma: Wie funktioniert denn sowas?
Jauch: Indem sich Versicherungsgesellschaften anschauen, wie hoch das Risiko ist. Es gab vor kurzem diesen Millionenschuss der Süddeutschen Klassenlotterie auf eine Torwand. Wie das Schicksal es wollte, traf jemand. Da hab ich der SKL mein Beileid bekundet, dass das ja ein trauriger Tag für sie sei. Nein, sagten die, wir sind dagegen versichert. Das gibt es also. Ob das RTL auch gemacht hat, weiß ich aber nicht.

prisma: Nach Ihrer SKL-Show "Millionär gesucht" jetzt "Wer wird Millionär". Geld scheint Sie zu reizen. Was machen Sie mit Ihren ganz privaten Millionen?
Jauch: Da kann ich Ihnen keine gute Schlagzeile liefern. Das steckt alles recht konservativ im Haus. Ich fahre ein sechs Jahre altes Auto, meinen Urlaub verbringe ich in Italien. Ich habe den Grundsatz, dass ich meine Lebensführung nicht vom Erfolg im Fernsehen abhängig mache. Wenn mich im nächsten Jahr keiner mehr sehen will, will ich ja auch nicht meinen Lebensstil ändern müssen.

prisma: Warum moderieren Sie immer wieder diese Show-Formate, wo Sie doch seriösen Journalismus gelernt haben?
Jauch: Ich mache seit 15 Jahren Sport, Politik und Unterhaltung und alles in einem regelmäßigen Wechsel. Ich gehe danach, ob mir die Sendung Spaß macht und ob ich mithelfen kann, dass sie schlichtweg funktioniert. Jeden Tag werden doch neue Sendungen aufgelegt, aber die meisten sind nach ein paar Wochen wieder weg. Da glaube ich, dass ich in den letzten Jahren einen besseren Schnitt gemacht habe.

prisma: Also sehen Sie sich in der Tradition des großen Wim Thoelke?
Jauch: Oh, so hoch würde ich nicht greifen. Das, was mir Spaß macht, ist einfach das Interesse an einem breiten Themenspektrum an Fragen aus Politik, Sport, Kultur. Was trauen Sie sich denn zu? Wieviel Mark würden Sie bei uns abräumen?
prisma: Locker eine Viertelmillion.

Jauch: Gut. Welcher Formel-1-Rennfahrer wurde posthum zum Weltmeister erklärt? A: Jim Clark, B: Ayrton Senna, C: Jochen Rindt, D: Gilles Villeneuve.
prisma: Klar. Vater Villeneuve.

Jauch: Leider nicht. C ist richtig. Sie sehen, so leicht kann man bei unseriösen Sendungen scheitern. Wollen Sie mal ein bisschen tiefer einsteigen? Vielleicht bei 1000 Mark?
prisma: 1000 Mark sind lächerlich.

Jauch: Passen Sie auf, dann steigen Sie mit einer lächerlichen Frage ein: Was steht unter dem Bruchstrich? A: Wurzel, B: Zähler, C: Vektor, D: Nenner
prisma: Der Nenner natürlich.

Jauch: Ui.

Interview: Martin Häusler

Filme mit Günther Jauch

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