Günter Lamprecht

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Günter Lamprecht in "Ein fast perfektes Alibi"
Günter Lamprecht
Geboren: 21.01.1930 in Berlin, Deutschland
Sternzeichen: Wassermann

Günter Lamprecht spielte in seiner langen Karriere oft einfache Leute aus dem Volk. Dass ihm dies stets so überzeugend gelang, liegt sicherlich nicht allein an seiner ungewöhnlichen Begabung. Lamprecht stammt selbst aus einfachen Verhältnissen, und lange Zeit deutete nichts darauf hin, dass er einmal einer der besten deutschen Schauspieler werden würde. Lamprecht wuchs in Berlin-Kreuzberg auf. Eine Dachdeckerlehre brach er ab, danach arbeitete er in einer Knopffabrik, schießlich machte er erfolgreich eine Lehre als Orthopädiehandwerker. Drei Jahre lang machte er den Job, dann versuchte er sich als Amateurboxer, indem er mit dem berühmten Bubi Scholz trainierte.

Boxen war dann doch nicht der Hit, und ab 1953 nahm Lamprecht Schauspielunterricht. Zwei Jahre später gab er sein Debüt am Schillertheater. In den nächsten Jahrzehnten führte ihn sein Beruf praktisch durchs gesamte Land. Er stand unter anderem in Köln und Hamburg, in Essen und Heidelberg auf der Bühne. In den Sechzigerjahren wuchs auch in Deutschland das Fernsehen zum Massenmedium Nr. 1 heran, und seit 1968 ist Günter Lamprecht Dauergast auf den Bildschirmen. Er bevorzugte dabei oft schwierige und anspruchsvolle Rollen, die er stets bravourös meisterte. Seine erste Kinorolle hatte er 1973 in "Martha", 1975 folgte "Das Messer im Rücken" von Ottokar Runze. Berühmt machte ihn seine aufregende Darstellung eines Trinkers in "Rückfälle" (1977) von Peter Beauvais, bis heute einer der besten Filme zum Thema Alkoholsucht.

Ein gutes Beispiel für Lamprechts zahlreiche sozialkritischen Rollen ist auch "Das Brot des Bäckers" (1976) von Erwin Keusch oder "Die große Flatter" (1979) von Marianne Lüdcke. Große Auftritte hatte Lamprecht auch und vor allem bei Rainer Werner Fassbinder. So sah man ihn nach "Martha" in der TV-Produktion "Welt am Draht" (1973), in "Die Ehe der Maria Braun" (1978) und als Franz Biberkopf in der Mammut-TV-Verfilmung von "Berlin Alexanderplatz" (1980). 1981 zählt er zum Starensemble von Wolfgang Petersens "Das Boot" und von 1991 bis 1995 spielt er in acht Folgen der erfolgreichsten deutsche Krimireihe den Berliner "Tatort"-Kommissar Franz Markowitz.

Weitere Filme mit Günter Lamprecht: "Tatort - Taxi nach Leipzig" (1970), "Van der Valk und das Mädchen" (1972), "Tatort - Kressin und die zwei Damen aus Jade" (1973), "Haus ohne Hüter" (1974), "Das gefrorene Herz", "Der Galgensteiger" (beide 1979), "Tatort - Schattenboxen" (1981), "Flüchtige Bekanntschaften", "Milo Barus - Der stärkste Mann der Welt", "Tatort - Das Mädchen auf der Treppe" (alle 1982), "Blutiger Schnee", "Is' was, Kanzler?" (beide 1983), "Das leise Gift" (1984), "Liebe ist kein Argument", "Rote Küsse" (beide 1985), "Gegen die Regel", "Roncalli" (beide 1987), "Die Männer vom K3 - Augen zu und durch" (1989), "Der Tod zu Basel" (1990), "Tatort - Blutwurstwalzer", "Tatort - Tini", "Moebius" von Matti Geschonneck, "Tatort - Tödliche Vergangenheit" (alle 1991), "Herzsprung", "Tatort - Berlin - Beste Lage" (beide 1992), "Angst", "Engel ohne Flügel", "Tatort - Tod einer alten Frau" (alle 1993), "Der gute Merbach", "Tatort - Die Sache Baryschna", "Tatort - Geschlossene Akten" (beide 1994), "Berlin - Moskau", "Tatort - Endstation" (1995), "Friedrich und der verzauberte Einbrecher" (1996), "Comedian Harmonists" (1997) von Joseph Vilsmaier, "Ein fast perfektes Alibi", "Mein Freund Balou" (alle 1998), "Tatort - Drei Affen" (1999), "El Acordeón del diablo" (Sprecher, 2000) und "[mo.2001_epsteins_nacht:Epsteins Nacht]" (2001).

1999 wurde Günter Lamprecht auf einer Theatergastspielreise in Bad Reichenhall von einem jugendlichen Amok-Läufer durch zwei Kugeln schwer verletzt. Seine Lebensgefährtin Claudia Amm und sein Fahrer erlitten ebenfalls schwere Verwundungen. Drei Personen starben, der Attentäter erschoss sich nach seiner schrecklichen Tat.

Foto: BR


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